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Polens Senatspräsident darf nicht zu Nemzow-Begräbnis

Polens Senatspräsident Bogdan Borusewicz will dem Mann, den er bewundert hat, die letzte Ehre erweisen. Doch Russland lässt ihn nicht, aus einem für Polen «unverständlichen» Grund.

Polens Senatspräsident Bogdan Borusewicz darf nicht trauern, sie schon: Bürger besuchen den Tatort, wo der ehamlige russische Oppositionelle Boris Nemzov erschossen wurde. (02.03.2015)
Polens Senatspräsident Bogdan Borusewicz darf nicht trauern, sie schon: Bürger besuchen den Tatort, wo der ehamlige russische Oppositionelle Boris Nemzov erschossen wurde. (02.03.2015)
Alexander Zemlianichenko, Keystone

Der polnische Senatspräsident und ehemalige Bürgerrechtler Bogdan Boruszewicz kann nicht wie geplant am Begräbnis des ermordeten russischen Oppositionellen Boris Nemzow teilnehmen.

Er sei «überrascht», dass ihm das Visum für die Einreise nach Russland verweigert worden sei, sagte Boruszewicz . Und weiter: «Ich wollte den ermordeten Boris Nemzow ehren und alle Russen, die so denken wie er.» Der ehemalige Bürgerrechtler hatte im August 1980 den Streik auf der Danziger Lenin-Werft mit vorbereitet. Dieser sorgte weltweit für Aufsehen.

Der polnische Staatspräsident Bronislaw Komorowski sprach von einer «unverständlichen Entscheidung» der russischen Behörden. Boruszewicz habe den polnischen Staat bei der Beisetzung repräsentieren sollen, betonte er. Zudem sei er eine Ikone der polnischen Demokratie und des Kampfes um Freiheit. «Daher erschien er als passendster Vertreter Polens bei der Beerdigung eines russischen Oppositionellen.»

Die Verweigerung eines Visums müsse zur Überzeugung führen, «dass die russischen Behörden einfach nicht wollen, dass die demokratische Welt an dieser Trauerfeier teilnimmt», sagte Komorowski.

Keine offizielle polnische Delegation mehr

Eine Sprecherin des polnischen Parlaments sagte, nach der Einreiseverweigerung für Borusewicz werde es keinerlei offizielle Delegation der beiden Kammern des polnischen Parlaments an der Trauerfeier in Moskau teilnehmen.

Auch einem Russland-Experten des Instituts für Internationale Angelegenheiten wurde das Visum verweigert. Eine offizielle Begründung habe es nicht gegeben, sagte Marcin Zaborowski, der Teil der offiziellen Delegation sein sollte. «Das war völlig überraschend.»

SDA/rsz

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