Mann nach Nowitschok-Vergiftung bei Bewusstsein

Die mit Nowitschok vergiftete Britin ist am Sonntagabend gestorben. Ihr Mann ist wieder bei Bewusstsein.

Unweit der englischen Stadt Salisbury sind zwei Personen mit dem Nervengift Nowitschok in Kontakt gekommen. Video: Tamedia/Reuters

Die mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftete Britin ist tot. Dies teilte die Polizei im Südwesten Englands am Sonntagabend mit. Die 44-jährige Frau und ihr 45-jähriger Partner waren vor einer Woche in ein Spital in Salisbury eingeliefert worden. Die britische Premierministerin Theresa May zeigte sich betroffen. «Ich bin entsetzt und geschockt», sagte sie einer Mitteilung zufolge.

Die 44-jährige Frau aus Amesbury und ihr 45-jähriger Lebensgefährte waren am Samstag vor einer Woche mit Vergiftungserscheinungen ins Salisbury District Hospital eingeliefert worden. Sie hinterlässt drei Kinder.

Der Mann ist seit Dienstag wieder bei Bewusstsein. Sein Zustand sei weiter kritisch, aber stabil, teilte das Spital mit. «Das sind gute Nachrichten, er ist aber noch nicht über den Berg.» Der 45-Jährige müsse weiter rund um die Uhr von Spezialisten versorgt werden.

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Paar versehentlich mit dem tödlichen Nervengift in Berührung gekommen war. Das Paar aus Amesbury könnte demnach etwa ein Fläschchen oder eine Injektionsspritze mit Resten des Gifts gefunden haben, das beim Attentat auf die Skripals verwendet wurde. Britische Medien berichteten, dass beide Drogenkonsumenten seien.

Apotheke, Kirche und Haus abgesperrt

Die Polizei sperrte sechs Areale in Amesbury und im 13 Kilometer entfernten Salisbury ab, in denen sich das Paar kurz vor den ersten Symptomen aufhielt. Dazu zählen eine Apotheke, eine Kirche und das Wohnhaus des 45-Jährigen. Das Hostel, in dem seine Freundin lebte, wurde evakuiert.

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Nicht ausgeschlossen wird, dass noch andere Menschen mit dem Gift in Kontakt kommen könnten, solange der kontaminierte Gegenstand im Fall des Paares nicht gefunden ist. Das Spital in Salisbury versicherte am Samstag jedoch, das Risiko für die Bevölkerung sei gering. Bei einem Polizisten, der am Samstag wegen Verdachts auf Vergiftung in dem Krankenhaus untersucht worden war, konnte Entwarnung gegeben werden.

Der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal (67) und seine Tochter Julia (33) waren vor vier Monaten bewusstlos auf einer Parkbank im benachbarten Salisbury entdeckt worden. Sie entkamen nur knapp dem Tod und leben inzwischen an einem geheimen Ort. Sie wurden ebenfalls im Salisbury District Hospital behandelt.

nlu/sda/afp

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