Orban will Flüchtlinge auf Insel abschieben

Migranten sollen nicht auf EU-Länder verteilt werden, findet der ungarische Ministerpräsident . In einem Interview erklärt er, wie er die Flüchtlingskrise lösen würde.

EU soll Flüchtlingslager finanzieren: Viktor Orban beim EU-Sondergipfel in Bratislava. (16. September 2016)

EU soll Flüchtlingslager finanzieren: Viktor Orban beim EU-Sondergipfel in Bratislava. (16. September 2016)

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat sich dafür ausgesprochen, «illegale Migranten» in der EU in bewachten Flüchtlingslagern unterzubringen. Von diesen von der EU finanzierten Lagern auf «einer Insel oder irgendeiner Küste Nordafrikas» aus könnten die Menschen dann ihre Asylanträge stellen, erklärte Orban in einem Interview, das auf der ungarischen Nachrichtenwebsite Origo.hu veröffentlicht wurde.

Es sei ungerecht, dass Deutschland versuche, Migranten auf andere EU-Mitgliedsstaaten zu verteilen, sagte Orban. Die Bundesrepublik sollte die Zahl der Migranten begrenzen, die sie aufnehme, forderte der ungarische Regierungschef.

Kritik an Orbans Politik

Am 2. Oktober soll in Ungarn ein Referendum stattfinden, mit dem die Regierung politische Unterstützung für ihren Widerstand gegen geplante EU-Quoten zur Umsiedlung von Migranten aufbauen will. Kritiker werfen der Regierungskampagne vor, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz zu schüren.

Orban praktiziert in Ungarn eine Politik der Abschottung gegenüber Flüchtlingen. Seit einem Jahr stehen an den Grenzen zu Serbien und Kroatien stacheldrahtbewehrte Zäune.

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woz/sda

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