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Österreich rätselt über Haider-Millionen

Ein Medienbericht über Millionenbeträge des verstorbenen Rechtspopulisten Jörg Haider auf liechtensteinischen Konten sorgt für Aufregung. Woher stammt das Geld?

Ermittler aus Österreich, Deutschland und Liechtenstein untersuchen derzeit mögliche Fälle von Untreue, Betrug und Bestechung rund um den Verkauf der inzwischen verstaatlichten Kärntner Hypo Group an die BayernLB im Jahr 2007.

Im Zuge der Ermittlungen wurden insgesamt 46 Briefkastenfirmen in Vaduz und Schaan geöffnet. Wie das österreichische Magazin «profil» am Samstag berichtete, sollen bei 12 solcher Firmen auch Konten von Haider gefunden worden sein, in denen dieser fünf Millionen Euro deponiert habe. Vor Spekulationsverlusten solle der Wert dieser Konten gar rund 45 Millionen Euro betragen haben.

Politiker fordern Aufklärung

Woher das Geld stammt, ob andere Politiker darauf Zugriff hatten und wem es zugutekam, wird dem Bericht zufolge derzeit geprüft. Politiker verschiedener Parteien verlangten unterdessen eine rasche und lückenlose Aufklärung von Haiders Finanzgebaren.

Die Behörden in Liechtenstein und Österreich erklärten die Ermittlungsergebnisse jedoch zur Verschlusssache und gaben keine Details preis. Und auch von Haiders einstigen Weggefährten war nichts in Erfahrung zu bringen.

Claudia Haider, die Witwe des früheren Kärntner Landeshauptmannes, sagte der Presseagentur APA, dass sie nichts von den Konten wisse. Der Chef der Freiheitlichen in Kärnten, Uwe Scheuch, sagte ebenfalls, er wisse von nichts. «Ich kann nur ausschliessen, dass die Partei in irgendeiner Form darin verstrickt ist», sagte er dem ORF.

Petzner: Euro mit Schilling verwechselt

Haiders Pressesprecher Stefan Petzner hielt seinem einstigen engen Freund die Treue: Richter und Staatsanwälte seien von der Regierung beeinflusst und würden versuchen, Haider kaputt zu machen und Kärnten zu schaden. «Das lasse ich nicht zu», sagte Petzner, der zwar die Existenz der Konten nicht bestritt, jedoch glaubt, dass bei der Grössenordnung Euro- mit Schilling-Beträgen verwechselt worden seien.

Geldflüsse an Parteien und Politiker sind in Österreich nur schwer nachzuvollziehen. Grössere Spenden müssen zwar dem Rechnungshof gemeldet werden, sind dort aber unter Verschluss.

SDA/bru

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