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Niederlande für 300 Tote in Srebrenica mitverantwortlich

Blauhelme aus den Niederlanden lieferten beim Massaker von Srebrenica Hunderte von Muslimen aus. Nun haben die «Mütter von Srebrenica» erfolgreich gegen den niederländischen Staat geklagt.

Gilt als Hauptdenkmal für das Massaker von Srebrenica: Der Friedhof in Potocari nahe bei Srebrenica.
Gilt als Hauptdenkmal für das Massaker von Srebrenica: Der Friedhof in Potocari nahe bei Srebrenica.
Keystone
8000 wurden getötet, rund 40'000 Menschen mussten flüchten: Von niederländischen UN-Soldaten bewacht, warten die Überlebenden etwa 5 Kilometer nördlich von Srebrenica auf ihre Evakuierung. (12. Juli 1995)
8000 wurden getötet, rund 40'000 Menschen mussten flüchten: Von niederländischen UN-Soldaten bewacht, warten die Überlebenden etwa 5 Kilometer nördlich von Srebrenica auf ihre Evakuierung. (12. Juli 1995)
Reuters
Tausende unidentifizierte Leichen: Ein bosnischer Gerichtsmediziner betrachtet Leichentaschen mit rund 3500 Toten, die dem Srebrenica-Massaker zugeschrieben werden. (10. Juli 2001)
Tausende unidentifizierte Leichen: Ein bosnischer Gerichtsmediziner betrachtet Leichentaschen mit rund 3500 Toten, die dem Srebrenica-Massaker zugeschrieben werden. (10. Juli 2001)
Keystone
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Im Verfahren um das Massaker von Srebrenica hat ein niederländisches Gericht den Staat für den Tod von mehr als 300 muslimischen Männern und Jungen zivilrechtlich verantwortlich gemacht. Der Staat trage Mitschuld am Tod der am Nachmittag des 13. Juli 1995 aus dem Lager der niederländischen Blauhelme in Potocari deportierten Männer, urteilte Richterin Larissa Elwin am Mittwoch in Den Haag. Geklagt hatte die Vereinigung «Mütter von Srebrenica», in der Angehörige von Opfern des Massakers im Bosnien-Krieg zusammengeschlossen sind.

Bei dem Massaker bosnisch-serbischer Milizen waren in der Kleinstadt Srebrenica binnen weniger Tage etwa 8000 muslimische Männer und Jungen ermordet worden. Die schlecht ausgerüstete niederländische UNO-Truppe leistete keinen Widerstand, als die Milizen anrückten. Einem UNO-Bericht zufolge überliess sie alle Beobachtungsposten und Sperren widerstandslos den bosnischen Serben. Der niederländische Staat weist aber alle Verantwortung für das Massaker zurück, unter anderem weil die Soldaten unter UNO-Führung standen.

Schwerstes Kriegsverbrechen seit 2. Weltkrieg

Die niederländische Justiz machte aber bereits vergangenen September den Staat haftbar für den Tod von drei Männern in Srebrenica. Das Kassationsgericht in Den Haag bestätigte damals ein früheres Urteil, wonach die mit dem Schutz der UNO-Enklave im Osten Bosniens beauftragten niederländischen Blauhelme die Männer nicht den Serben hätten ausliefern dürfen. Das Massaker ging als folgenschwerstes Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in die Geschichte ein und wurde als Völkermord eingestuft.

AFP/mw

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