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Neue Spur um NSU-Morde führt nach St. Gallen

Ein ehemaliger Vertrauter des Neonazi-Trios NSU lebt offenbar seit Jahren in der Schweiz. Er soll Fahrzeuge für die Mordanschläge zur Verfügung gestellt haben.

Auf Anraten ihrer Anwälte hatte sie lange geschwiegen: Beate Zschäpe (r.) mit Anwalt Hermann Borchert im Gericht in München. (1. August 2016)
Auf Anraten ihrer Anwälte hatte sie lange geschwiegen: Beate Zschäpe (r.) mit Anwalt Hermann Borchert im Gericht in München. (1. August 2016)
Peter Kneffel, Keystone
Will nichts vom ersten Mord gewusst haben: Beate Zschäpe vor Gericht. (9. Dezember 2015)
Will nichts vom ersten Mord gewusst haben: Beate Zschäpe vor Gericht. (9. Dezember 2015)
Getty Images
Der Prozess stösst auf grosses Medieninteresse.
Der Prozess stösst auf grosses Medieninteresse.
Michael Dalder, Reuters
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Uwe Mundlos, Mitglied des rechtsextremen Terror-Trios NSU, soll während dessen Mordserie bei einer Baufirma in der ostdeutschen Stadt Zwickau gearbeitet haben. Die Firma gehörte dem stadtbekannten Neonazi und damaligen V-Mann Ralf M. Wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet, lebt dieser seit Jahren in der Schweiz. Zuerst im Kanton Graubünden, heute im Kanton St. Gallen nahe der Landesgrenze zum Fürstentum Liechtenstein.

Die jüngsten Erkenntnisse beruhen auf Recherchen der ARD und der «Welt». Zwischen 2000 und 2002, während Uwe Mundlos bei M. in der Baufirma arbeitete, tötete das NSU-Trio vier ihrer insgesamt neun Opfern. Bei zwei Taten soll das Auto, das die Mörder an den Tatort und zurückbrachte, über M.s Baufirma ausgeliehen worden sein. Und das vor den Augen von Baufirmaleiter M., der als Spitzel vom Verfassungsschutz bezahlt wurde.

«Völlig neue Dimension»

Der Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses im Deutschen Bundestag, Clemens Binninger, sprach nach den jüngsten Enthüllungen von «einer völlig neuen Dimension». Man wolle sich schon in der nächsten Sitzung mit dem ehemaligen V-Mann Ralf M. und den Verstrickungen des Verfassungsschutzes «vordringlich befassen». Laut der «Schweiz am Sonntag» dürfte M. im Kanton St. Gallen bald schon Besuch von der deutschen Polizei erhalten.

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