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Nato stockt Eingreiftruppe auf 40’000 Mann auf

Die Grösse der Nato-Eingreiftruppen, deren Soldaten während Krisen sehr schnell vor Ort gelangen, wird mehr als verdoppelt. Das soll vor allem gegenüber Russland Präsenz markieren.

Erhält mehr Personal: Eine Nato-Truppe beim Training.
Erhält mehr Personal: Eine Nato-Truppe beim Training.
Kay Nietfeld, Keystone

Vor dem Hintergrund des Ukrainekonflikts will die Nato ihre Eingreiftruppe auf 30’000 bis 40’000 Soldaten erweitern. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte am Montag in Brüssel, damit werde die «aktuelle Grösse mehr als verdoppelt». Den Beschluss dazu würden die Nato-Verteidigungsminister auf ihrem Treffen am Mittwoch und Donnerstag in Brüssel treffen. Bisher zählt der Kern der Nato-Eingreiftruppe rund 13’000 Soldaten, hinzu kommen Kommandoeinheiten und eine Unterstützungsreserve.

Die Soldaten der Nato Response Force (NRF) können im Krisenfall sehr viel schneller stationiert werden als herkömmliche Truppen. Die Ukrainekrise verdeutlichte aber, dass selbst dies nicht ausreicht. Die Nato gründete deshalb innerhalb der NRF eine sogenannte Speerspitze mit rund 5000 Mann, die binnen Tagen in Krisengebiete geschickt werden kann. Sie soll insbesondere Russland demonstrieren, dass die Nato ihre östlichen Bündnispartner nicht im Stich lassen wird. Dieses Jahr wird das neue Konzept getestet. 2016 soll die Speerspitze voll einsatzbereit sein.

Gründung eines neuen Logistik-Hauptquartiers

Stoltenberg hatte schon im Februar eine Verdoppelung der NRF auf mehr als 30’000 Mann angekündigt. Er sagte am Montag, die Nato werde auch «ihre Entscheidungsprozesse beschleunigen», um für neue Herausforderungen gewappnet zu sein. Dazu gehöre auch die Gründung eines neuen Logistik-Hauptquartiers in der Kommandostruktur des Bündnisses.

Der Nato-Oberkommandierende werde damit «mehr Verantwortung für die Stationierung» bekommen, was schnellere Reaktionen der 28 Staaten der Allianz ermögliche. Die politische Kontrolle über Einsätze – etwa in Deutschland durch den Parlamentsvorbehalt für Militärmissionen – bleibe davon unberührt.

USA versprechen militärische Unterstützung für Nato-«Speerspitze»

Derweil wollen die USA Waffen, Flugzeuge und Soldaten für die sogenannte Speerspitze der Nato bereitstellen. Dies kündigte Verteidigungsminister Ashton Carter am Montag bei einem Besuch der neuen Einheit in Münster an. Ziel sei, Europa nach Osten gegen Russland und nach Süden gegen gewalttätige Extremisten zu verteidigen.

Im Einzelnen versprechen die USA Geheimdienst- und Überwachungskapazität sowie Soldaten aus Spezialeinheiten, Logistik, Transportflugzeuge und Unterstützung mit Waffensystemen, darunter Bombern, Kampfjets und auf Schiffen stationierte Raketen. Eine grössere Bodentruppe soll jedoch nicht gestellt werden.

Carter machte die Ankündigung nach einem Treffen mit Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sowie mit seinen Kollegen aus Norwegen und den Niederlanden. Diese Länder bauen gemeinsam die sogenannte superschnelle Eingreiftruppe der Nato auf. Die Soldaten sollen im Krisenfall binnen weniger Tage zum Beispiel nach Osteuropa verlegt werden können.

AFP/kko

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