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Nato soll Erdogans Einladung ausschlagen

Deutschland und Frankreich verhindern offenbar einen Nato-Gipfel in der Türkei. Eine Aufwertung von Erdogan-Regierung soll vermieden werden.

Eine Beziehung mit vielen Spannungen: Angela Merkel und Recep Erdogan.
Eine Beziehung mit vielen Spannungen: Angela Merkel und Recep Erdogan.
Keystone

Deutschland und Frankreich haben nach einem Bericht der «Welt» verhindert, dass der nächste Nato-Gipfel in der Türkei stattfindet. «Wir wollen die Türkei nicht international aufwerten», zitierte das Blatt am Mittwoch hochrangige Nato-Diplomaten. Es solle der Eindruck vermieden werden, «dass die Nato die interne Politik der türkischen Regierung unterstützt.» Der Gipfel könnte nun erneut im Nato-Hauptquartier in Brüssel stattfinden.

Die Nato lehnte laut «Welt» eine Einladung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ab, der eine Ausrichtung des Gipfeltreffens für das Jahr 2018 angeboten hatte. Neben Deutschland und Frankreich hätten sich auch weitere Länder gegen das türkische Angebot ausgesprochen, darunter Dänemark, die Niederlande und Kanada.

«Es ist noch keine Entscheidung über Ort oder Zeit des Nato-Gipfels 2018 getroffen worden», sagte ein Nato-Sprecher auf AFP-Anfrage. Er bestätigte, dass sich die Türkei als Gastgeber für «einen unserer nächsten Gipfel» angeboten habe - «wenn auch nicht notwendigerweise kommendes Jahr».

Dass erneut ein Gipfel wie das Spitzentreffen vergangene Woche im Nato-Hauptquartier in Brüssel stattfinden könne, sei «auch eine Option». Nach Angaben aus Nato-Kreisen wird die Entscheidung über den Gipfel im kommenden Jahr bis zum Treffen der Verteidigungsminister Ende Juni erwartet.

Die Türkei steht wegen der massiven Verfolgung von Gegnern Erdogans international in der Kritik. Zudem blockiert die türkische Regierung aus Verärgerung über Kritik Österreichs an ihrem Kurs derzeit die Teilnahme des Nato-Partnerlandes an Ausbildungsprogrammen und Übungen. Hinzu kommt das Besuchsverbot für Bundestagsabgeordnete bei deutschen Soldaten auf dem türkischen Stützpunkt Incirlik.

AFP/amu

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