Nato dementiert Eingreiftruppe gegen Russland

Das Verteidigungsbündnis widerspricht Medienberichten über eine neue 30'000 Mann starke Eingreiftruppe.

Für NRF stehen schon 20'000 Soldaten bereit: Bundeswehr-Soldaten eines NRF-Bataillon an einer Übung in Marienberg. (Archiv)

Für NRF stehen schon 20'000 Soldaten bereit: Bundeswehr-Soldaten eines NRF-Bataillon an einer Übung in Marienberg. (Archiv)

(Bild: Reuters Fabrizio Bensch)

Die Nato hat Berichte über Pläne für eine neue Eingreiftruppe dementiert. Die Diskussion drehe sich momentan um die Stärkung der Einsatzbereitschaft bestehender Truppen, teilte ein Nato-Vertreter am Sonntag in Brüssel mit. «Die Nato erwägt nicht den Aufbau oder den Einsatz einer neuen Truppe», stellte er klar.

Die «Welt am Sonntag» hatte zuvor berichtet, die Nato wolle eine neue Eingreiftruppe von etwa 30'000 Soldaten aufbauen, die innerhalb von 30 Tagen einsatzbereit sein sollen. Ziel sei es, die Reaktionsfähigkeit für den Fall eines Angriffes aus Russland zu verbessern und weiter aufzurüsten. Die neue Eingreiftruppe soll demnach zusätzlich zur bestehenden Nato-Reaktionsstreitmacht NRF aufgebaut werden.

Nach Nato-Angaben vom Sonntag wollen die Verteidigungsminister bei ihrem Treffen in der kommenden Woche über die Stärkung der Einsatzbereitschaft und die Kommandostruktur der Allianz beraten. Konkrete Truppenzahlen sollten dabei nicht besprochen werden. Vielmehr gehe es um die «weitere Verbesserung der Bereitschaft spezifischer Einheiten einzelnen Alliierter, um in einem unberechenbaren Sicherheitsumfeld reagieren zu können».

Grosses Manöver im Baltikum

Unter Führung der USA haben mehrere Nato-Staaten am Sonntag in Polen und im Baltikum ein grosses Manöver mit tausenden Soldaten gestartet. An der Übung namens «Saber Strike» nehmen nach Angaben der US-Armee insgesamt etwa 18.000 Soldaten aus 19 Nato- und Nicht-Nato-Staaten teil. Die Militärübung wurde mit einer Zeremonie in der litauischen Hauptstadt Vilnius feierlich gestartet.

Die seit 2010 jährlich stattfindende Übung soll bis zum 15. Juni dauern. Seit der russischen Annektion der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim 2014 hat die Nato ihre Präsenz in den östlichen Mitgliedstaaten verstärkt.

sep/sda

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