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Nach der Mladic-Auslieferung drängt Serbien in die EU

Die Ergreifung des mutmasslichen Kriegsverbrechers galt als Voraussetzung für einen EU-Beitritt. Serbiens Präsident fordert daher den Kandidatenstatus. Noch müssen aber einige Fragen geklärt werden.

Das Ziel vor Augen: Serbiens Präsident Boris Tadic zusammen mit der EU-Aussenministerin Catherine Ashton.
Das Ziel vor Augen: Serbiens Präsident Boris Tadic zusammen mit der EU-Aussenministerin Catherine Ashton.
Keystone

Nach der Auslieferung des früheren bosnisch- serbischen Generals Ratko Mladic an das UN-Kriegsverbrechertribunal drängt Serbien auf den Status als EU-Beitrittskandidat. Der Balkanstaat müsse zudem ein Datum für den Beginn von Beitrittsverhandlungen erhalten.

«Serbien hat die gleiche Behandlung wie unser Nachbarland Kroatien verdient, dem gleichzeitig der Kandidatenstatus und das Datum für den Beginn von Beitrittsverhandlungen verliehen wurde», sagte Präsident Boris Tadic der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Es gebe keinen Grund, Serbien anders zu behandeln.

Die Ergreifung des mutmasslichen Kriegsverbrechers gilt als Voraussetzung für einen Beitritt Serbiens zur Europäischen Union. Das Land muss zuvor aber noch demokratische, rechtliche und wirtschaftliche Reformen abschliessen.

Wussten die staatlichen Stellen von Mladic?

Tadic räumte ein, er glaube, dass Mladic bis Anfang 2008 von staatlichen Stellen bei seiner Flucht unterstützt worden sei. Mladic war – obwohl offiziell gesucht – Medienberichten zufolge immer wieder in der Öffentlichkeit zu sehen, etwa beim Besuch von Fussballspielen.

Mladic ist wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt, die ihm den Beinamen «Schlächter vom Balkan» einbrachten. Dazu zählen das Massaker an 8000 Muslimen in Srebrenica und die dreieinhalb Jahre dauernde Belagerung von Sarajevo, die ebenfalls Tausenden Menschen das Leben kostete.

SDA/jak

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