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Russland antwortet nicht auf Mays Ultimatum

Nach dem Giftanschlag auf einen Ex-Spion in Grossbritannien ist die Frist für eine Stellungnahme Moskaus abgelaufen.

Rufen den EU-Botschafter aus Moskau zurück: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die britische Premierministerin Theresa May und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. (23. März 2018)
Rufen den EU-Botschafter aus Moskau zurück: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die britische Premierministerin Theresa May und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. (23. März 2018)
Francois Lenoir, AFP
«Russland muss unverzüglich alle Fragen beantworten», fordern die EU-Aussenminister. (19. März 2018)
«Russland muss unverzüglich alle Fragen beantworten», fordern die EU-Aussenminister. (19. März 2018)
Virginia Mayo/AP, Keystone
Der bulgarische Schriftsteller und Dissident Georgi Markow starb im September 1978, vier Tage nachdem ihm mit einem mit Gift präparierten Schirm in die rechte Wade gestochen wurde. Der als «Regenschirmattentat» bekannt gewordene Anschlag geschah, als Markow auf der Waterloo Bridge in London auf den Bus wartete. (Undatiertes Archivbild)
Der bulgarische Schriftsteller und Dissident Georgi Markow starb im September 1978, vier Tage nachdem ihm mit einem mit Gift präparierten Schirm in die rechte Wade gestochen wurde. Der als «Regenschirmattentat» bekannt gewordene Anschlag geschah, als Markow auf der Waterloo Bridge in London auf den Bus wartete. (Undatiertes Archivbild)
Dimitar Deinov, Keystone
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Russland hat die von der britischen Premierministerin Theresa May gesetzte Frist für eine Stellungnahme im Fall des Nervengift-Anschlags auf einen Ex-Spion in England verstreichen lassen. Aus Moskau blieb eine Antwort aus.

«Russland wird auf Londons Ultimatum nicht antworten, bis es Proben der chemischen Substanz erhält», sagte ein Sprecher der russischen Botschaft in London der Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht zum Mittwoch. Russland sei in das Attentat nicht verwickelt. Sollte es Strafmassnahmen gegen Russland geben, werde darauf reagiert.

Die britische Premierministerin Theresa May will am Mittwochmorgen mit dem Nationalen Sicherheitsrat über das weitere Vorgehen beraten. Das berichtete die Nachrichtenagentur PA. Ein Sprecher des britischen Aussenministeriums lehnte eine Stellungnahme ab.

Nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal war das britische Ultimatum an Russland in der Nacht zu Mittwoch um 1 Uhr (MEZ) abgelaufen. Die britische Premierministerin Theresa May hatte Moskau am Montagabend aufgefordert, sich gegenüber der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zu erklären. Ansonsten drohten Konsequenzen, die May aber nicht näher ausführte.

Cyberattacke als Vergeltung?

So bleibt unklar, welche Sanktionen Grossbritannien plant. May hatte bereits damit gedroht, keine Regierungsvertreter zur Fussball-Weltmeisterschaft nach Russland zu schicken. Britische Medien wie die «Times» halten eine Cyberattacke auf den Kreml für möglich. Eine andere Massnahme könnte die Ausweisung von Diplomaten sein. Auch finanzielle Massnahmen gegen Oligarchen, die Immobilien in London besitzen, seien denkbar.

Skripal und seine Tochter Yulia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden. Sie befinden sich nach einer Vergiftung in einem kritischen Zustand im Spital.

Bei dem Attentat war das in der früheren Sowjetunion produzierte, extrem gefährliche Nervengift Nowitschok verwendet worden. May hatte am Montagabend erklärt, dass aller Wahrscheinlichkeit nach Russland hinter dem Anschlag stecke. Rückendeckung erhielt Grossbritannien aus Deutschland, Frankreich, den USA und von der Nato.

SDA/chk

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