Zum Hauptinhalt springen

Mit Hightech in den Kampf gegen Flüchtlinge

Unterwasserroboter, Schnüffelgeräte und Drohnen, die Fangnetze abwerfen: Europa gibt jährlich Milliarden aus, um Flüchtlinge fernzuhalten – auch die Schweiz verdient daran.

Gestrandet und weggewiesen: Afrikanische Flüchtlinge in Ventimiglia, Italien. (16. Juni 2015)
Gestrandet und weggewiesen: Afrikanische Flüchtlinge in Ventimiglia, Italien. (16. Juni 2015)
Luca Zennaro, Keystone

Um die Grenzen nach aussen zu sichern, lässt sich Europa einiges einfallen. Roboter, die unter Wasser die Küsten Europas absuchen und beschützen. Drohnen, die Fangnetze über Menschen und Boote auswerfen oder deren Elektronik ausschalten. Schnüffelgeräte, deren Sensoren Spürhunde von Grenzwächtern ablösen sollen. Jährlich gibt Europa mindestens eine Milliarde Euro für die Forschung und Entwicklung solcher Abwehrsysteme aus. Das Ziel: Die Grenzen Europas sichern.

Finanziert werden die Projekte aus EU-Forschungs-Töpfen wie dem 6. und 7. Forschungsrahmenprogramm (FP6/7), an denen auch die Schweiz beteiligt ist. Ein internationales Journalistenteam hat während Monaten recherchiert, um die Kosten der restriktiven Einwanderungspolitik Europas zu beziffern. Am Recherche-Projekt «The Migrants' Files» beteiligte sich unter anderem SRF.

Schweizer Unternehmen verdienen Millionen

Analysiert wurden 39 Forschungsprojekte im Wert von 225 Millionen Euro, die zwischen 2001 und 2013 finanziert wurden, um die Grenzen Europas zu schützen. Dabei sind viele Namen von Rüstungsfirmen aufgetaucht: Airbus, BAE, Finmeccanica und Thales. Sie alle profitieren von Aufträgen der EU in Millionenhöhe.

Neben den Grosskonzernen helfen auch Universitäten und KMUs bei der Entwicklung mit – auch solche in der Schweiz. So soll laut «The Migrants' Files» ein KMU aus Zug ein System entwickelt haben, das Schiff- und Handy-Signale orten und verfolgen kann. Damit könne das Mittelmeer überwacht und verdächtige Schiffe erkannt werden, im Kampf gegen Drogenschmuggel und «irreguläre Migration».

Auch die Universität Lausanne unterstützt die EU im Kampf gegen die Flüchtlingswelle. Sie entwickelt einen Live-Scanner für Fingerabdrücke. Die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne beteiligte sich am «Sniffler»-Projekt: ein High-Tech Schnüffelgerät, das mit Biosensoren beispielsweise Schiffscontainer nach versteckten Menschen durchsuchen kann.

Die Kosten solcher Projekte machen laut den Autoren von «The Migrants' Files» aber nur einen Bruchteil der Ausgaben Europas im Kampf gegen die Flüchtlinge aus. Die meisten Steuergelder werden in die Rückschaffung von Flüchtlingen investiert. Seit dem Jahr 2000 haben die 28 EU-Mitgliedsländer sowie Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz Millionen Menschen ausgeschafft. Die Kosten dafür werden auf mindestens 11,3 Milliarden Euro geschätzt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch