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«Mafia Capitale», Roms Mafia der Neuzeit

Täglich neue Fakten und Festnahmen: Rom war jahrelang unterwandert von einem dunklen Syndikat, das Unsummen an öffentlichen Geldern einstrich.

Unter dem postfaschistischen Bürgermeister Gianni Alemanno in den Jahren 2008 bis 2013 entfaltete die «Mafia Capitale» eine unheimliche Macht in Rom. Ein Kartell aus mafiösen Firmen erkaufte sich die Gunst von Funktionären und Politikern.
Unter dem postfaschistischen Bürgermeister Gianni Alemanno in den Jahren 2008 bis 2013 entfaltete die «Mafia Capitale» eine unheimliche Macht in Rom. Ein Kartell aus mafiösen Firmen erkaufte sich die Gunst von Funktionären und Politikern.
Alessandro Bianchi, Reuters
Im Gefängnis sitzen nun Dutzende Verdächtige – unter anderem der mutmassliche Boss der Bande, Massimo Carminati, 56 Jahre alt, ein früheres Mitglied der neofaschistischen Terrorgruppe Nuclei Armati Rivoluzionari.
Im Gefängnis sitzen nun Dutzende Verdächtige – unter anderem der mutmassliche Boss der Bande, Massimo Carminati, 56 Jahre alt, ein früheres Mitglied der neofaschistischen Terrorgruppe Nuclei Armati Rivoluzionari.
Medici, Keystone
Gänzlich unbefleckt von der Affäre scheint der im Oktober zurückgetretene Bürgermeister von Rom zu sein. Der Linke Ignazio Marino sagt, mit ihm habe die Aufdeckung der mafiösen Unterwanderung von Rom begonnen. Marino musste vor einigigen Tagen zurücktreten, da ihm sind zu hohe Spesenrechnungen zum Verhängnis wurden.
Gänzlich unbefleckt von der Affäre scheint der im Oktober zurückgetretene Bürgermeister von Rom zu sein. Der Linke Ignazio Marino sagt, mit ihm habe die Aufdeckung der mafiösen Unterwanderung von Rom begonnen. Marino musste vor einigigen Tagen zurücktreten, da ihm sind zu hohe Spesenrechnungen zum Verhängnis wurden.
Stefano Rellandini, Reuters
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Der Begriff der Unterwanderung erfährt gerade eine neue Illustration. Es ist eine römische und eindrückliche. Mit jeder neuen Erkenntnis der Ermittler und mit jeder Enthüllung in der Presse dämmert es den Italienern etwas mehr, dass ihre Hauptstadt in den vergangenen Jahren ganz und gar von einem unheilig zusammengesetzten, schamlos gefrässigen Syndikat aus ehemaligen faschistischen Terroristen, linken Unternehmern, bürgerlichen wie progressiven Stadträten und Beamten unterwandert wurde. Zerfressen und ausgesaugt von «Mafia Capitale», Roms Mafia der Neuzeit. Eine ihrer Firmen, so erfuhr man nun am Dienstag, restaurierte den Gemeinderatssaal im Römer Rathaus, die prunkvolle Sala Giulio Cesare. Die Ausschreibung gewann sie locker, mit gütiger Hilfe. Ein grösseres Symbol für die Unterwanderung kann man sich kaum vorstellen.

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