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Kampfjets, Jagdbomber, Aufklärer

Der Flugzeugträger Charles de Gaulle der Franzosen ist ab heute im östlichen Mittelmeer gegen den IS einsatzbereit. Was nun an Schlagkraft dazukommt.

Aufklärungsflug oder Angriff? Französische Kampfjets fliegen Einsätze gegen den IS.
Aufklärungsflug oder Angriff? Französische Kampfjets fliegen Einsätze gegen den IS.
Ann-Christine Poujoulat, AFP
26 Rafale-Kampfjets befinden sich auf dem Flugzeugträger Charles de Gaulle im östlichen Mittelmeer.
26 Rafale-Kampfjets befinden sich auf dem Flugzeugträger Charles de Gaulle im östlichen Mittelmeer.
Ann-Christine Poujoulat, AFP
Pakistanische Aktivisten der Gruppe Sunni Tehreek demonstrieren gegen die französischen Bombenangriffe in Syrien.
Pakistanische Aktivisten der Gruppe Sunni Tehreek demonstrieren gegen die französischen Bombenangriffe in Syrien.
Arif Ali, AFP
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Frankreich geht seit den Anschlägen in Paris mit 130 Toten verstärkt gegen den IS in Syrien vor. Ab heute sei auch der Flugzeugträger «Charles de Gaulle» im östlichen Mittelmeer «einsatzbereit», sagte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian im Radiosender Europe 1.

Die Franzosen haben so nun 38 Armeeflugzeuge in der Region, davon zwölf in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Jordanien. Die «Charles de Gaulle» hat nach offiziellen Angaben 18 Rafale-Jagdbomber und 8 Jagdbomber vom Typ «Super Étendard» an Bord, dazu kommen zwei Radaraufklärer und mehrere Helikopter.

UNO-Resolution verabschiedet

Frankreichs Präsident François Hollande hatte nach den Anschlägen eine breitere Anti-IS-Koalition gefordert. Moskau zeigte Bereitschaft zur Teilnahme an einer solchen Allianz. Hollande und Aussenminister Laurent Fabius reisen nun diese Woche nach Washington und Moskau, um «diese Fragen zu besprechen», wie Fabius am Samstag sagte.

Der UNO-Sicherheitsrat verabschiedete am Freitagabend einstimmig eine Resolution, die alle Staaten auffordert, «alle nötigen Massnahmen» im Kampf gegen den IS im Irak und Syrien zu ergreifen. Der von Frankreich eingebrachte Text erteilt allerdings nicht die rechtliche Erlaubnis, militärisch gegen die IS-Miliz vorzugehen.

Russland fliegt bislang heftigste Luftangriffe in Syrien

Russische und syrische Kampfflugzeuge haben am Freitag mehr als 70 Einsätze in der Provinz Deir Essor geflogen. Die Angriffe richteten sich gegen mehrere Städte und drei Ölfelder in Deir Essor, wie die Beobachtungsstelle mit Sitz in Grossbritannien mitteilte. Dabei seien mindestens 36 Menschen getötet worden, darunter auch zehn Kinder. Die ölreiche Provinz wird zu grossen Teilen vom IS kontrolliert. Die Regierungstruppen kontrollieren dort nur kleinere Gebiete und einen Militärflughafen.

Rund um den Flughafen lieferten sich IS-Kämpfer und Soldaten am Samstag heftige Gefechte, wie die Beobachtungsstelle unter Berufung auf ihr Aktivistennetzwerk in Syrien mitteilte. Die Angaben sind wegen der unübersichtlichen Lage in dem Bürgerkriegsland von unabhängiger Seite kaum überprüfbar.

Assad zufrieden

Russland fliegt ebenso wie eine US-geführte Koalition Angriffe gegen den IS in Syrien. Allerdings richten sich die Luftangriffe auch gegen andere Rebellengruppen, die gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad kämpfen - einen Verbündeten Moskaus.

Seit Beginn der russischen Luftangriffe seien die Regierungstruppen an «fast jeder Front» vorangekommen, sagte Assad am Sonntag dem Fernsehsender Phoenix aus Hongkong. Die Lage in Syrien habe sich «sehr gut» entwickelt. Russland hatte seinen Einsatz in Syrien zuletzt noch verstärkt, nachdem Ende Oktober eine russische Passagiermaschine über der ägyptischen Sinai-Halbinsel abgestürzt war. Dabei handelte es sich nach Einschätzung Moskaus um einen Bombenanschlag.

Zukunft mit oder ohne Assad?

Trotz der vorsichtigen Annäherung sind Russland und der Westen beim Syrien-Konflikt in zentralen Punkten weiter unterschiedlicher Ansicht: Russland will Assad in den Kampf gegen den IS einbeziehen, was die USA und andere westliche Staaten ablehnen.

Fabius bekräftigte, dass auch Frankreich an dem Ziel festhält, Assad von der Macht zu verdrängen. Frankreich sei der Auffassung, «dass Baschar al-Assad nicht die Zukunft Syriens sein kann», sagte Fabius.

Assad sagte dagegen in dem Fernsehinterview, dass es sein «Recht» sei, bei Neuwahlen wieder anzutreten. Für eine Entscheidung sei es aber noch «zu früh». Sie stehe ohnehin erst «in den nächsten Jahren» an und hänge letztlich davon ab, wie das syrische Volk zu ihm stehe. «Ich meine, wollen sie mich noch oder nicht?», sagte Assad.

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