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Jet-Tragödie in Moskau – Schneepflugfahrer betrunken

Der Chef des Ölgiganten Total, Christophe de Margerie, und vier weitere Passagiere starben bei einem Unfall auf dem Flughafen Moskau.

ajk/chk
Markant war nicht nur sein Schnauz: Christophe de Margerie hier an einem Tennismatch in Paris. (1. Juni 2013)
Markant war nicht nur sein Schnauz: Christophe de Margerie hier an einem Tennismatch in Paris. (1. Juni 2013)
Reuters
Die Sicht in Moskau betrug 350 Meter: Business Aviation Center Wnukowo 3. (21. Oktober 2014)
Die Sicht in Moskau betrug 350 Meter: Business Aviation Center Wnukowo 3. (21. Oktober 2014)
Reuters
War auch in der Schweiz ein gern gesehener Gast: Christophe de Margerie am WEF. (Januar 2013)
War auch in der Schweiz ein gern gesehener Gast: Christophe de Margerie am WEF. (Januar 2013)
Reuters
Total-Konzernchef Christophe de Margerie. (Archivbild)
Total-Konzernchef Christophe de Margerie. (Archivbild)
Reuters
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Der französische Mineralölkonzern Total hat den Tod seines Chefs Christophe de Margerie bestätigt. Christophe de Margerie kam bei einem Flugzeugunfall in Russland ums Leben. Das Unternehmen zeigte sich in einer Erklärung in der Nacht «zutiefst bewegt und traurig» angesichts des Unfalltodes seines Chefs.

Einem Bericht der russischen Wirtschaftszeitung «Wedomosti» zufolge hatte sich de Margerie gestern Nachmittag mit dem russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew in dessen Residenz ausserhalb von Moskau getroffen, um über Investitionen in Russland zu beraten. Das Unglück ereignete sich dann gegen Mitternacht Ortszeit, als der Privatjet zurück nach Paris fliegen sollte.

Der Flughafen erklärte, dass die Maschine vom Typ Falcon-50 mit einem Schneepflug kollidiert sei, woraufhin ein Feuer ausgebrochen sei. Bei dem Unfall habe es insgesamt fünf Tote gegeben, erklärte Total.

(Video: Youtube/RusVideo63)

Drei französische Crewmitglieder unter den Toten

Zuvor hatten die russischen Nachrichtenagenturen Tass und Interfax unter Berufung auf die Polizei und die Luftfahrtbehörden von dem Unfalltod des Konzernchefs berichtet. Demnach starben auch mindestens drei französische Crewmitglieder.

Das russische Katastrophenschutzministerium erklärte seinerseits ebenfalls, dass ein Privatjet vom Typ Falcon-50 am Flughafen von Moskau-Wnukowo nahe der Hauptstadt verunglückt sei. Zu Details wollte sich das Ministerium aber nicht äussern.

(Video: Reuters)

Ein Sprecher der örtlichen Ermittlungsbehörde für Transportwesen bestätigte den Unfallhergang. Die Sicht betrug zum Zeitpunkt des Unglücks 350 Meter, wie Flughafenvertreter mitteilten. Demnach blieb der Fahrer des Schneeräumfahrzeugs unverletzt.

Laut Behördenangaben soll der Fahrer des Schneepflugs zum Zeitpunkt des Unfalls alkoholisiert gewesen sein. Ein Verfahren wurde inzwischen eingeleitet. Die vorläufige Annahme laute, dass «ein Fehler der Flughafenaufsicht und das Verhalten des Schneepflugfahrers» zum Unfall führten. Mögliche Fehler der Piloten würden ebenfalls geprüft. Rettungskräfte eilten zu dem Unfallort, um die Flammen zu löschen. Der Flughafen wurde ausserdem vorübergehend gesperrt.

De Margerie Total-Konzernchef seit 2007

Christophe de Margerie war seit 2007 Total-Chef. Der 63-Jährige hatte offenbar an einer Regierungskonferenz in der Nähe von Moskau teilgenommen, auf der es um ausländische Investitionen ging. Seine Maschine sollte nach Paris fliegen.

De Margerie führte Total seit 2007 und wurde 2010 zudem Verwaltungsratschef der zweitgrössten französischen Firma nach Sanofi. Der Manager hielt an den Investitionen seines Konzerns in Russland trotz des Konfliktes mit dem Westen fest.

So will Total mit dem Jamal-Projekt im Nordwesten Sibiriens grosse Mengen Erdgas fördern. De Margerie hatte erklärt, Europa könne nicht ohne russisches Gas leben – und dafür gebe es auch keinen Grund.

(sda/AP/AFP)

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