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Das erstaunlichste Städteprojekt Italiens

Die Camorra beherrscht Neapels Quartieri Spagnoli. Jetzt wagt eine Stiftung eine soziale Revolte – mit Kultur und Gratis-Bildung.

Mitten in Neapel herrschen Armut, Vernachlässigung und Camorra. Die Gegend gilt als Unort, den man meidet. Das soll sich ändern. Foto: Peter Eastland (Alamy Stock Photo)

Mitten in Neapel herrschen Armut, Vernachlässigung und Camorra. Die Gegend gilt als Unort, den man meidet. Das soll sich ändern. Foto: Peter Eastland (Alamy Stock Photo)

Oliver Meiler@tagesanzeiger

Dieses Grün. Da oben, am Ende der Via Portacarrese a Montecalvario, Nummer 69, hängt eine Tafel, die ist so grell grün, so strahlend hell, dass man sie von ganz unten schon sieht. Sie haben sie an die Fassade des alten Klosters montiert. Schmal und rechteckig, vier Meter lang, hochkantig. Die Tafel sticht heraus. Aus der Wäsche, die an Leinen über der steilen Strasse hängt, Hemden, Hosen, Röcke, Leintücher, auch Unterhosen, rote, schwarze, weisse vor allem. Aus diesem Gewusel von Kabeln, Fähnchen und Heiligenschreinen. Aus dem lauten, komplizierten Leben. Es ist neun Uhr früh, aus allen Gassen dröhnt Motorengeheul.

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