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«Im Norden Kosovos hat die EU vor einem Mob kapituliert»

Die historischen Kommunalwahlen in Kosovo sind von serbischen Extremisten massiv gestört worden. Das sei ein Rückschlag auch für die EU, sagt Südosteuropa-Korrespondent Enver Robelli.

In einem Wahllokal wurde offenbar ein Sprengsatz gelegt: Ein Wahllokal in der Stadt Mitrovica. (3. November 2013)
In einem Wahllokal wurde offenbar ein Sprengsatz gelegt: Ein Wahllokal in der Stadt Mitrovica. (3. November 2013)
Reuters
«Die Wahlen sind ein Test für unsere politische Reife und ein Test für unsere innerstaatliche Demokratie»: Staatspräsidentin Atifete Jahjaga.
«Die Wahlen sind ein Test für unsere politische Reife und ein Test für unsere innerstaatliche Demokratie»: Staatspräsidentin Atifete Jahjaga.
Reuters
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Bei den ersten Lokalwahlen in ganz Kosovo gab es Gewaltakte und massive Störungen in den serbischen Gebieten im Norden des Landes. Ist dieser historische Wahlgang gescheitert? Die zentrale Wahlkommission in Pristina muss jetzt entscheiden, ob die Kommunalwahlen im Norden Kosovos annulliert werden sollen. Es sieht so aus, dass es serbischen Extremisten gelungen ist, die Wähler derart einzuschüchtern, dass diese zu Hause geblieben sind. Die Wahlbeteiligung liegt offenbar bei knapp zehn Prozent, im Vergleich zu 45 bis 50 Prozent im Rest des Landes. In der ethnisch geteilten Stadt Mitrovica wurden mehrere Wahllokale demoliert und Wahlunterlagen vernichtet, Wahlbeobachter der OSZE mussten Hals über Kopf flüchten. Ich glaube, dass die Wahlen im Norden diesen Namen nicht verdienen, denn sie waren weder demokratisch noch fair. Darum müssen die Wahlen dort annulliert und neu angesetzt werden. Dies betrifft neben Nordmitrovica drei weitere serbische Gemeinden, Zvecan, Zubin Potok und Leposavic. Im Rest des Landes sind die Wahlen regulär verlaufen. Hier haben sich die Serben offensichtlich mit der Unabhängigkeit Kosovos abgefunden.

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