«Ich sehe das Glas halbvoll»

Das hoch verschuldete Griechenland kommt nach Angaben von Ministerpräsident Antonis Samaras beim harten Sanierungskurs voran. Er kündigte in Berlin weitere Sparanstrengungen an.

Versprühen Optimismus: Angela Merkel und Antonis Samaras in Berlin. (8. Januar 2012)

Versprühen Optimismus: Angela Merkel und Antonis Samaras in Berlin. (8. Januar 2012)

(Bild: Reuters)

«Ich sehe das Glas halbvoll», sagte der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras in Berlin. «Wir liefern, Europa hilft.» Sein Land unternehme «enorm grosse Anstrengungen», die Dinge wieder in Ordnung zu bringen, betonte der konservative Politiker vor einem Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel. Er hob zugleich die grossen Opfer seiner Landsleute hervor. «Wir versuchen, Glaubwürdigkeit zurückzuerlangen.» Dies gelte für die anderen europäischen Völker wie für die Märkte.

Merkel und Samaras sprachen über Fortschritte bei der Umsetzung des Athener Reformprogramms wie die anstehende Steuerreform. Zudem ging es um weitere Möglichkeiten einer intensiven deutsch-griechischen Zusammenarbeit, wie ein Regierungssprecher mitteilte.

Für wirtschaftspolitische Koordinierung

Die Kanzlerin verwies zu Beginn des Treffens zugleich auf die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. «Auch wir müssen alles daran setzen, Wirtschaftswachstum und damit Sicherheit für Arbeitsplätze zu garantieren.»

Merkel betonte, dass auf europäischer Ebene bis Juni eine stärkere wirtschaftspolitische Koordinierung vereinbart werden solle. «Dabei liegt noch etliche Arbeit vor uns.»

Hohe Arbeitslosigkeit

Samaras erklärte, für sein Land gehe es vor allem darum, wieder Investitionen und Liquidität zu gewährleisten, die das «Blut für das gute Funktionieren der Wirtschaft» seien. Er sprach von einem Land, «das tatsächlich sehr leidet, vor allem unter der Geissel der Arbeitslosigkeit vor allem unter den jungen Menschen».

In dem Gespräch mit Merkel erläuterte Samaras auch die Bemühungen seiner Regierung zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung. In Griechenland sorgt derzeit eine Affäre um den zweifelhaften Umgang mit Listen mutmasslicher Steuerhinterzieher für politischen Wirbel.

Für Samaras war das informelle Treffen das zweite Gespräch mit Merkel in Berlin innerhalb weniger Monate nach seinem Antrittsbesuch im August. Der griechische Ministerpräsident nahm in der Stadt an einer nichtöffentlichen Veranstaltung der Tageszeitung «Die Welt» teil.

ses/sda

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