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Hollandes grosse Job-Krise

In Frankreich sind über drei Millionen Menschen ohne Arbeit. Präsident François Hollandes Regierung gerät immer stärker unter Druck. Weitere Grossfirmen haben Massenentlassungen angekündigt.

Ein zufriedener Präsident sieht anders aus: François Hollande entsteigt einem Dienstwagen am Pariser Regierungssitz. (Archivbild)
Ein zufriedener Präsident sieht anders aus: François Hollande entsteigt einem Dienstwagen am Pariser Regierungssitz. (Archivbild)
Keystone

In Frankreich ist die Zahl der Arbeitslosen im August erstmals über die Marke von drei Millionen geklettert. Dies ist der höchste Stand seit Juni 1999. Arbeitsminister Michel Sapin gab die Zahl im staatlichen Fernsehen heute bekannt, noch vor der erwarteten Veröffentlichung der offiziellen Statistik am Abend. Seinen Angaben nach stieg die Zahl der Menschen ohne Job den 16. Monat in Folge. Im Juli waren es noch 2,987 Millionen.

Die Misere am Arbeitsmarkt bringt die seit wenigen Monaten amtierende sozialistische Führung des Landes unter Präsident François Hollande zunehmend unter Druck. Bis Jahresende sollen wichtige Reformen am Arbeitsmarkt in einem «historischen Kompromiss» besiegelt werden. Die Rufe nach Kurzarbeit wurden zuletzt lauter.

Sapin sieht die desaströse Lage am Arbeitsmarkt als Ergebnis einer verfehlten Politik des abgewählten konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy. «Es handelt sich im Kern um die drei Millionen Arbeitslosen, die wir bei Antritt vorgefunden haben», sagte er dem Sender «France 2».

Massenentlassungen angekündigt

Die hohe Arbeitslosigkeit drückt mittlerweile auch auf die Stimmung der Konsumenten. Das Barometer für das Konsumentenvertrauen sank im September um einen Punkt, wie das Statistikamt mitteilte.

Zahlreiche Grosskonzerne wie Carrefour oder Peugeot haben Massenentlassungen angekündigt. Die Regierung intervenierte diese Woche bereits beim Pharmakonzern Sanofi und konnte nach eigenen Angaben das Sparprogramm etwas abmildern.

Hollande hat am 9. September versprochen, den negativen Trend am Arbeitsmarkt bis 2013 umzukehren. Die Sozialpartner sind aufgerufen, sich bis Ende diesen Jahres auf wichtige Arbeitsmarktreformen zu einigen. Er sprach von einem «historischen Kompromiss», der nötig sei.

Sein Industrieminister, Arnaud Montebourg, schlug vor, auch über Konzepte wie Kurzarbeit nachzudenken. Frankreich solle die Möglichkeit schaffen, dass Firmen im Abschwung die Arbeitszeit reduzieren könnten, damit sie nicht gleich entlassen müssten.

SDA/chk

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