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Heftige Krawalle zwischen Protestanten und Katholiken in Nordirland

In der nordirischen Hauptstadt Belfast wurden zwei Menschen verletzt, als Katholiken und Protestanten mit Schusswaffen, Molotowcocktails, Farbbeuteln und Steinen aufeinander losgingen.

Sein Haus wurde von Protestanten attackiert: Katholik Martin Ferguson hinter zersprungener Scheibe. (21. Juni 2011)
Sein Haus wurde von Protestanten attackiert: Katholik Martin Ferguson hinter zersprungener Scheibe. (21. Juni 2011)
Keystone

Bei schweren Krawallen in der nordirischen Hauptstadt Belfast sind zwei Menschen durch Schüsse verletzt worden. Zu den Ausschreitungen zwischen Protestanten und Katholiken kam es in der Nacht zum Dienstag in der katholischen Enklave Short Strand im protestantischen Osten der Stadt.

Maskierte Männer warfen unter anderem Steine, Farbbeutel und Molotowcocktails auf von Katholiken bewohnte Häuser in Short Strand, wie Belfasts Stadtpräsident Niall O Donnghaile mitteilte. Die Situation sei «angespannt und gefährlich».

400 bis 500 Menschen an Krawallen beteiligt

Vize-Polizeichef Alistair Finlay sprach von der «womöglich schwersten Gewalt, die wir seit längerer Zeit in diesem Bereich gesehen haben». Etwa 400 bis 500 Menschen seien an den Krawallen beteiligt gewesen. Bei den Angeschossenen handle es sich um zwei Männer, die Schusswunden an den Beinen erlitten hätten.

In Fernsehberichten war zu sehen, wie Steinhagel auf Polizeifahrzeuge niederprasselte. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben auch Gummigeschosse gegen die Angreifer ein. Ein Polizist sei am Auge verletzt worden, als Demonstranten Laserpointer gegen die Beamten gerichtet hätten.

Auch Attacken auf protestantische Häuser

Nach Angaben des Abgeordneten Michael Copeland von der protestantischen Ulster Unionist Party waren im Laufe der vergangenen Woche auch Häuser von Protestanten angegriffen worden.

Die britische Provinz Nordirland war bis zum Abschluss eines Friedensvertrags 1998 der Schauplatz eines blutigen Konflikts zwischen proirischen Katholiken und probritischen Protestanten. Dabei kamen im Lauf von drei Jahrzehnten rund 3500 Menschen ums Leben.

dapd/mrs

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