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Guttenbergs mögliche Rückkehr spaltet die CSU

Der ehemalige Verteidigungsminister will sich bis im Frühjahr darauf festlegen, ob er wieder für den Bundestag kandidiert. In der CSU sind jedoch nicht alle über Guttenbergs Rückkehrpläne erfreut.

Hat regelmässigen Kontakt zur CSU: Karl-Theodor zu Guttenberg an einer Rüstungsmesse in Indien.
Hat regelmässigen Kontakt zur CSU: Karl-Theodor zu Guttenberg an einer Rüstungsmesse in Indien.
Keystone

Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will nach Angaben des oberfränkischen CSU-Kreisverbands Lichtenfels bis zum nächsten Frühjahr über eine Rückkehr in die Politik entscheiden. Mit Guttenberg sei in einem Telefonat vereinbart worden, dass er bis dahin Bescheid gibt, ob er wieder für den Bundestag kandidiert, sagte der CSU-Kreisvorsitzende Christian Meissner dem Nachrichtenmagazin «Focus». In der CSU-Spitze wachsen derweil die Vorbehalte gegen den einstigen Hoffnungsträger.

Meissner erklärte allerdings, er sei «sicher, zu Guttenberg würde uns im Wahlkampf extrem helfen». Er könne wirken wie «Penicillin gegen die Politikverdrossenheit» und sei ein Politikerklärer. «Davon haben wir nicht viele», sagte Meissner.

Nach «Focus»-Informationen forciert Guttenberg sein politisches Comeback mehr als bislang bekannt. Gegenüber CSU-Politikern, die ihn in den USA besucht hätten, habe Guttenberg durchblicken lassen, dass er an einer zeitnahen Rückkehr in die Politik arbeite. Seitdem habe zu Guttenberg die Kontakte zur Partei erheblich intensiviert. Nach seinem ersten öffentlichen Auftritt im kanadischen Halifax und der Veröffentlichung eines Interview-Buchs plane zu Guttenberg nach Auskunft von Vertrauten auch einen Auftritt im deutschen Fernsehen, hiess es weiter.

Seehofer verärgert

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer äusserte sich am Rande des Treffens der Ministerpräsidenten der unionsregierten Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) äusserst kritisch über Guttenberg. Aus Seehofers Äusserungen sei klar hervorgegangen, dass er eine Rückkehr des 39-Jährigen in eine führende politische Funktion mit Mandat der CSU ausschliesse, erläuterten laut «Mitteldeutsche Zeitung» mehrere Ministerpräsidenten unabhängig voneinander. Guttenberg könne sich nicht immer dadurch erhöhen, indem er andere erniedrige, erklärte Seehofer demnach.

Hintergrund ist ein «Zeit»-Interview, in dem Guttenberg der Union indirekt mangelndes Profil vorwarf. Es wirke zudem «nur noch wie die Verhöhnung früherer Träume», sich als Volkspartei zu bezeichnen, «wenn man etwa 40 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von unter 60 Prozent bekommt».

Guttenberg war im März als Minister zurückgetreten und hatte sein Bundestagsmndat und seine Parteiämter aufgegeben, nachdem bekannt geworden war, dass er weite Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben hatte.

dapd/kpn

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