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Griechische Polizisten sollen Konflikt angeheizt haben

Fernsehbilder werfen ein schlechtes Bild auf die Polizei von Athen: Sie soll mit Provokateuren zusammengearbeitet und die Unruhen bewusst geschürt haben. Nun gibt es eine Untersuchung.

Eine Feuerbombe explodiert vor einer Gruppe Polizisten: Nach der Abstimmung ums Sparpaket...(29. Juni 2011)
Eine Feuerbombe explodiert vor einer Gruppe Polizisten: Nach der Abstimmung ums Sparpaket...(29. Juni 2011)
Keystone
...eskaliert die Lage in Athen zunehmend. (29. Juni 2011)
...eskaliert die Lage in Athen zunehmend. (29. Juni 2011)
Reuters
Demonstrant auf einer Strassenkreuzung. (29. Juni 2011)
Demonstrant auf einer Strassenkreuzung. (29. Juni 2011)
AFP
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Nach den gewaltsamen Protesten in Athen im Zusammenhang mit der Parlamentsabstimmung über das neue Sparpaket hat die Regierung Ermittlungen zu den Vorkommnissen angeordnet. Die Vorkommnisse müssten «sorgfältig» untersucht werden, hiess es in einer Erklärung des Bürgerschutzministeriums.

Dabei geht es vor allem um Fernsehbilder, die ein schlechtes Licht auf das Vorgehen der Polizei werfen. Der private Fernsehsender Alter hatte am gestern Abend Bilder ausgestrahlt, die zeigen, wie die Sicherheitskräfte mit vermummten Männern – möglicherweise Provokateuren der Polizei – zusammenarbeiten, um gegen Demonstranten vorzugehen.

Unruhen in der Nacht

Demonstranten setzten heute Nacht mehrere Gebäude in Athen in Brand, darunter eines in dem sich in den oberen Stockwerken Büros des Finanzministeriums befinden. Bei Ausschreitungen in Athen sind bereits gestern etwa 150 Menschen verletzt worden.

Die Polizei setzte vor dem Parlament Tränengas ein, um Demonstranten zurückzudrängen, die Flaschen und Müll schleuderten. Auf dem zentralen Syntagma-Platz errichteten Randalierer brennende Barrikaden.

Rettungskräfte erklärten, 99 Demonstranten und Passanten seien wegen Verletzungen behandelt worden. Laut Polizei wurden 49 Polizisten verletzt, einer von ihnen schwer. 43 Personen wurden festgenommen. Die Randalierer warfen Brandflaschen auf eine Poststelle und zwei andere Gebäude.

Die Feuerwehr konnte in letzter Minute sieben Menschen aus einem brennenden Gebäude retten und das Feuer löschen, wie das griechische Fernsehen berichtete.

Alle Hotelgäste in Sicherheit gebracht

Wegen der dramatischen Lage musste zuvor ein Luxushotel in der griechischen Hauptstadt evakuiert werden. «Alle unsere Kunden wurden in Sicherheit in anderen Hotels untergebracht», sagte ein Sprecher des Hotels der Nachrichtenagentur dpa.

Die Demonstranten haben zudem einen sozialistischen Abgeordneten angegriffen, der nach vorher angekündigter Ablehnung für das Paket gestimmt hatte. Alexandros Athanassiadis wurde beim Verlassen des Parlamentsgebäudes am Mittwoch tätlich angegriffen.

Flucht durch die Innenstadt

In Athen kommt es seit heute Nachmittag zu schweren Zusammenstössen zwischen mehreren hundert Randalierern und der Polizei. Tausende Menschen flohen in Panik vom Platz vor dem Parlament. Tränengasschwaden wurden durch das Stadtzentrum getrieben. Ein Angestellter des Hotels sagte, die Gäste des Hotels hätten die beissende Luft «nicht mehr ertragen» können.

Mehr als 200 Menschen wurden nach Berichten griechischer Medien verletzt. Die meisten von ihnen hätten Augen- und Atemwegsbeschwerden. Wie die Polizei mitteilte, wurden 38 Menschen festgenommen. 26 Polizisten wurden verletzt, hiess es.

Die Randalierer sind militante Gegner des rigorosen Sparprogramms der Regierung unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Das Parlament hatte am Nachmittag das Sparpaket gebilligt.

Erleichterung in ganz Europa

Nach dem Ja zum Sparpaket gab es zunächst ein grosses Aufatmen: Mit der Zustimmung zu weiteren massiven Kürzungen hat das Parlament in Athen den Weg für neue Finanzhilfen der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) freigemacht. Vorgesehen sind Einsparungen und Steuererhöhungen über 28 Milliarden Euro in den kommenden fünf Jahren

SDA/mrs/miw

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