Zum Hauptinhalt springen

Griechische Opposition sträubt sich gegen Sanierungsprogramm

Verkehrte Welt in Athen: Die oppositionellen Konservativen verweigern das Sparen. Die von der EU geforderten Massnahmen seien schlecht für Griechenland.

Fordert einen gemeinsamen Sanierungskurs von Opposition und Regierung in Griechenland: Jean-Claude Juncker, Präsident der Eurogruppe.
Fordert einen gemeinsamen Sanierungskurs von Opposition und Regierung in Griechenland: Jean-Claude Juncker, Präsident der Eurogruppe.
AFP

Der Parteichef der oppositionellen Konservativen in Griechenland hat die Forderung der EU nach einer Zusammenarbeit mit der von den Sozialisten geführten Regierung zurückgewiesen. Antonis Samaras sagte am Dienstag, er halte den bisherigen Kurs der Sozialisten im Kampf gegen die Schuldenkrise für falsch und werde den von der EU geforderten zusätzlichen Sparmassnahmen nicht zustimmen.

Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, hatte bei einem EU-Finanzministertreffen in Brüssel gefordert, die regierenden Sozialisten und die Konservativen müssten sich demonstrativ auf einen gemeinsamen Kurs gegen die Finanz- und Schuldenkrise einigen. Die von der EU gewünschten Massnahmen sehen unter anderem eine schnellere Privatisierung vor, auch wurde die Verlängerung der Kreditlaufzeiten diskutiert.

Falsche Wirtschaftspolitik

Parteichef Samaras sagte, er stimme zwar mit der EU über die Ziele der Massnahmen überein, halte aber die bisher in Griechenland verfolgte Wirtschaftspolitik für nachweislich falsch. Wenn Massnahmen schlecht für das Land seien, dürfe man ihnen nicht zustimmen.

Zurzeit besucht eine Delegation von Abgesandten der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) Athen, um zusätzliche Massnahmen mit der Regierung zu diskutieren. Der Finanzstaatssekretär der Bundesregierung Jörg Asmussen sagte, es sei wahrscheinlich, dass die Abordnung ihren Besuch um eine Woche verlängere, um festzustellen, ob Griechenland ein zweites Hilfspaket benötige.

Schatzwechsel zu niedrigeren Zinsen verkauft

Mit dem Verkauf kurzfristiger Schatzwechsel erzielte Griechenland am Dienstag einen Erlös von 1,63 Milliarden Euro zu einem niedrigeren Zinssatz als im Vormonat. Wie die Behörde für öffentliche Schulden mitteilte, wurden die Schatzwechsel zu einem Zinssatz von 4,06 Prozent abgesetzt - am 19. April hatten die Investoren 4,10 Prozent verlangt. Das jüngste Angebot sei auf eine grosse Nachfrage gestossen und mehrfach überzeichnet gewesen.

dapd/ami

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch