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Geithner redet den Europäern ins Gewissen

US-Finanzminister Timothy Geithner nahm heute erstmals an einer Sitzung seiner europäischen Kollegen teil. Beim Treffen in Polen wurde zudem eine Entscheidung betreffend Griechenland gefällt.

Nahm erstmals an einer Sitzung seiner europäischen Kollegen teil: Timothy Geithner (rechts) und der französische Finanzminister Francois Baroin.
Nahm erstmals an einer Sitzung seiner europäischen Kollegen teil: Timothy Geithner (rechts) und der französische Finanzminister Francois Baroin.
Keystone

Die Euro-Finanzminister wollen im Kampf gegen die Schuldenkrise den Rettungsfonds EFSF mit seinen neuen Instrumenten so schnell wie möglich in Stellung bringen. Es gelte jetzt, die Beschlüsse des Euro-Sondergipfels vom 21. Juli umzusetzen.

Dies betonten mehrere Minister zum Auftakt ihres Treffens heute in Breslau. Die Staats- und Regierungschefs hatten damals im Juli neben dem zweiten Hilfspaket für Griechenland einen Ausbau des EFSF beschlossen.

Kreditvolumen von 440 Milliarden Euro

Bei ihrem Treffen in Polen beraten die Minister nun über die genauere Ausgestaltung der neuen Instrumente des Fonds, der künftig schon vorbeugend Staatsanleihen aufkaufen können soll. Der EFSF kann Euroländer allerdings erst wirksamer schützen, wenn alle 17 Mitgliedstaaten den Vertrag abgesegnet haben.

Der Fonds wird nach seiner Aufstockung über ein Kreditvolumen von insgesamt 440 Milliarden Euro verfügen. Davon sind gut 40 Milliarden Euro zur Finanzierung Irlands und Portugals schon vergeben.

US-Finanzminister Timothy Geithner, der erstmals an einer Sitzung seiner europäischen Kollegen persönlich teilnahm, warb dafür, die EFSF-Milliarden möglichst wirkungsvoll zu nutzen.

Er forderte die Europäer auch zu stärkeren Anstrengungen im Kampf gegen die Schuldenkrise auf. Das Gerede über eine Auflösung der Währungsunion in Europa müsse aufhören, sagte Geithner am Rande des Treffens in Breslau.

Europa habe die Fähigkeit, die Krise zu bewältigen, müsse dies aber auch tun. Es werde zwar keine konzertierten Aktionen der USA und der EU gegen die Krise geben, aber eine enge Zusammenarbeit.

Griechenland-Hilfen auf der Agenda

Im Fokus des Treffens steht auch die immer schwierigere Rettungsaktion für Griechenland. Die Eurogruppe will erst im Oktober über die Freigabe der nächsten Notkredittranche für Griechenland entscheiden. Das gab der luxemburgische Ministerpräsident und Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker am Freitag bei einem Finanzministertreffen der Euroländer im polnischen Breslau bekannt.

Ohne die nächsten acht Milliarden Euro aus dem Rettungspaket droht Athen nach eigenen Angaben im kommenden Monat die Zahlungsunfähigkeit. Die Eurogruppe begrüsste am Freitag die von der griechischen Regierung angekündigten zusätzlichen Massnahmen, um die Sparziele aus dem Rettungsprogramm zu erfüllen.

SDA/mrs

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