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Ganz Frankreich auf der Strasse – vereint gegen Sarkozy

Mit dem bisher grössten Streik- und Protesttag gegen die Rentenreform haben die französischen Gewerkschaften den Druck auf den Staatschef erhöht.

Streik gegen die Erhöhung des Renteneintrittalters auf 62: Kundgebung in Marseille.
Streik gegen die Erhöhung des Renteneintrittalters auf 62: Kundgebung in Marseille.
Reuters

Zahlreiche Lehrer, Eisenbahner und sonstige Beamte, aber auch viele Beschäftigte der Privatwirtschaft, legten am Donnerstag die Arbeit nieder.

Die Gewerkschaften gingen von bis zu zwei Millionen Teilnehmern bei rund 200 Kundgebungen im ganzen Land aus. Die konservative Regierung von Sarkozy will das Renteneintrittsalter von 60 auf 62 Jahre erhöhen – eine im europäischen Vergleich immer noch grosszügige Regelung. Die umstrittene Reform soll im Herbst vom Parlament verabschiedet werden.

Die grösste Kundgebung begann am Nachmittag in Paris. «Rührt meine Rente nicht an», hiess eine der Parolen der Teilnehmer. «1789 kommt!!!», schrieb ein 45-jähriger Elektriker auf ein Plakat in Anspielung auf den Beginn der Französischen Revolution.

Proteste in ganz Frankreich

Am Vormittag beteiligten sich laut Gewerkschaften schon mehr als 120'000 Menschen an einer Kundgebung in Marseille - 40'000 mehr als beim letzten Protesttag.

Fast ein Drittel der Grundschullehrer streikten landesweit, bei den Pariser Verkehrsbetrieben und bei der Post streikten ein Fünftel der Belegschaft und bei der Staatsbahn SNCF 40 Prozent der Mitarbeiter - dort war es die höchste Beteiligung an einem Streiktag seit den Protesten gegen die Rentenreform von 2003.

Zug- und Flugverkehr betroffen

Am Donnerstag fielen nach Angaben der SBB auch mehrere TGV-Verbindungen nach Genf, Lausanne und Bern aus. Betroffen waren auch Züge zwischen Basel, Strassburg und Brüssel. Nicht tangiert war der TGV «Lyria» von Basel/Zürich nach Paris und zurück.

Der Streik hatte auch Auswirkungen auf den Flugverkehr zwischen der Schweiz und Frankreich. So mussten in Genf-Cointrin nach Angaben der Flughafenbetreiber 27 Flüge gestrichen werden. Auch am EuroAiport in Basel und am Flughafen Zürich wurden einzelne Verbindungen annulliert.

Sarkozys Treffen mit Henry in der Kritik

Vom Streik betroffen waren in Frankreich auch Radio- und Fernsehsender, mehrere Zeitungen erschienen nicht. Er sei «sicher», dass bis zum Abend «zwischen ein und zwei Millionen» Menschen an den Protesten teilnehmen würden, sagte der Generalsekretär von Frankreichs mitgliederstärkster Gewerkschaft CFDT, François Chérèque.

(SDA)

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