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Fall Ruby: «Wenn das stimmt, muss Berlusconi zurücktreten»

Die Affäre um eine minderjährige Prostituierte bringt Silvio Berlusconi immer stärker in Bedrängnis. Jetzt kommt Kritik auch aus dem eigenen Lager – auch von Parlamentspräsident Gianfranco Fini.

Das frühere Traumpaar Veronica Lario und Berlusconi geht getrennte Wege. Im laufenden Rosenkrieg verlangt die Ex-Frau Unterhaltszahlungen von 3,5 Millionen Euro pro Monat.
Das frühere Traumpaar Veronica Lario und Berlusconi geht getrennte Wege. Im laufenden Rosenkrieg verlangt die Ex-Frau Unterhaltszahlungen von 3,5 Millionen Euro pro Monat.
Keystone
Berlusconi hat eine Vorliebe für junge Frauen. Im Sommer 2008 wurde bekannt, dass er ein enges Verhältnis zur damals 18-jährigen Noemi Letizia gehabt haben soll. Gemäss Medienberichten nannte sie ihn «Papi».
Berlusconi hat eine Vorliebe für junge Frauen. Im Sommer 2008 wurde bekannt, dass er ein enges Verhältnis zur damals 18-jährigen Noemi Letizia gehabt haben soll. Gemäss Medienberichten nannte sie ihn «Papi».
Keystone
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Seit letzter Woche parliert Italien ganz aufgeregt über die neuste Sex-Affäre um Silvio Berlusconi. In der Kritik steht nicht nur der ausschweifende Lebensstil des italienischen Ministerpräsidenten. Auch der Vorwurf des Amtsmissbrauchs steht im Raum. Am Wochenende polterte der Vorsitzende der linken Demokratischen Partei, Pier Luigi Bersani: «Berlusconi kann keine weitere Minute länger in einem öffentlichen Amt bleiben, das er es auf unanständige Weise verraten hat.» Und jetzt meldet sich auch Gianfranco Fini zu Wort: «Wenn der ‹Fall Ruby› stimmt, muss er zurücktreten», sagt der Parlamentspräsident und Verbündete, der sich jedoch immer mehr distanziert.

Fini ist die neuste Berlusconi-Affäre «sehr peinlich», wie die italienische Zeitung «Il Corriere della Sera» berichtet. Als die Affäre öffentlich bekannt geworden sei, sei er gerade auf Besuch bei der deutschen Kanzlerin Angela Merkel gewesen. «Sie können sich vorstellen, welche Kommentare da gemacht wurden...», sagte er dem «Corriere»-Journalisten. «Diese Geschichte geht um die Welt - und versetzt Italien in eine peinliche Lage», sagt der Präsident der Abgeordnetenkammer.

Hilfe für festgenommene Ruby

Worum geht es? Gemäss Medienberichten hat Berlusconi im letzten Frühjahr in seiner Residenz von Arcore bei Mailand Partys in Gegenwart junger Frauen organisiert, denen er 5000 Euro pro Abend zahlte. Ausserdem habe er Druck auf die Polizei ausgeübt, um eine der jungen Frauen, die minderjährige Prostituierte Ruby, freizulassen, nachdem sie im Mai wegen Diebstahls festgenommen worden war. Laut Berlusconi hat es zwar einen Telefonanruf gegeben, «aber nur um einen Vormund zu finden für eine Person, die uns allen sehr leidgetan hatte, weil sie uns eine dramatische Geschichte erzählt hat, die wir ihr geglaubt haben. Das ist alles.»

Die Affäre («Fall Ruby») ist inzwischen nach der 17-jährigen Marokkanerin benannt. Sex mit Berlusconi soll sie nicht gehabt haben. Gemäss eigenen Angaben bekam sie allerdings teure Geschenke vom Politiker, der eine Vorliebe für junge Frauen hat.

Berlusconi: Rücktritt kommt nicht in Frage

Die Kritik von Fini hat Berlusconi inzwischen zur Kenntnis genommen. Und er machte klar, dass eine Demission nicht in Frage komme. Übers Wochenende hatte sich Berlusconi auf seine Weise verteidigt. «Niemand wird mich dazu bringen, meinen Lebensstil zu ändern. Ich bin stolz darauf.» Und weiter sagte der 74-Jährige: «Ich muss Übermenschliches leisten, arbeite bis halb drei Uhr morgens und stehe um sieben Uhr wieder auf». Deshalb brauche er ab und zu einen entspannenden Abend.

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