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Ex-Buchhalterin erhielt 400.000 Euro

Die Hauptbelastungszeugin in der Affäre um illegale Parteispenden in Frankreich, die frühere Buchhalterin der L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt, hat bei ihrem Ausscheiden 400.000 Euro erhalten.

Die Tochter der L'Oréal-Erbin habe der Ex-Buchhalterin Claire Thibout das Geld bezahlt, sagte deren Anwalt Antoine Gillot der Nachrichtenagentur AFP in Paris und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung «Canard enchaîné». Die Tochter und die Mutter Bettencourt liefern sich seit Dezember 2007 einen erbitterten Streit um das Familienerbe. Die Ex-Buchhalterin hatte ihre frühere Arbeitgeberin Liliane Bettencourt erst kürzlich bei der Polizei schwer belastet.

Die Zahlung gehe auf ein Schriftstück der Tochter Françoise Meyers-Bettencourt vom Juli 2007 zurück, also auf die Zeit vor den juristischen Auseinandersetzungen mit der Mutter, versicherte der Anwalt. Nach Angaben des Anwalts der Tochter, Olivier Metzner, ging es dabei darum, den «letzten Willen» des im November 2007 verstorbenen Mannes von Liliane Bettencourt für den Fall einer Entlassung von Claire Thibout zu respektieren. Die Buchhalterin war im Jahr 2008 entlassen worden.

Die Tochter Bettencourt wirft einem Künstler und engen Freund ihrer Mutter vor, ihre 87-jährige Mutter auszunutzen und der alten Dame im Laufe der Jahre rund eine Milliarde Euro in Form von Lebensversicherungen, Gemälden und Immobilien abgeluchst zu haben. Im Zuge des Familienstreits waren heimliche Tonaufnahmen aus der Villa Bettencourt aufgetaucht, denenzufolge die L'Oréal-Milliardärin auch Steuern in Millionenhöhe hinterzogen und illegale Parteispenden gezahlt haben soll. Die Affären belasten auch die französische Regierung und Präsident Nicolas Sarkozy, für dessen Wahlkampf 2007 die reichste Frau Frankreichs nach Aussage der Ex-Buchhalterin widerrechtlich 150.000 Euro gespendet haben soll.

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