Zum Hauptinhalt springen

EU will E-Zigaretten wie Arzneimittel behandeln

Die EU will den Verkauf von elektronischen Glimmstengeln angeblich strenger regulieren. Befürworter der E-Zigaretten sehen darin ein faktisches Verbot.

Sollen künftig eine Zulassung beantragen müssen: Elektronische Zigaretten. (Archivbild)
Sollen künftig eine Zulassung beantragen müssen: Elektronische Zigaretten. (Archivbild)
Keystone

Die Europäische Kommission will laut einem Zeitungsbericht den Verkauf von nikotinhaltigen elektronischen Zigaretten deutlich strenger regulieren. «Elektronische Zigaretten werden gleich behandelt mit Nikotin-Ersatztherapien wie Nikotin-Pflaster, Sprays oder Kaugummis», teilte die EU-Kommission auf Anfrage der «Berliner Zeitung» mit.

Dem Entwurf für die neue Tabakdirektive zufolge benötigen Produkte ab einem bestimmten Nikotingehalt eine Zulassung als Arzneimittel. Das dürfte nach Einschätzung der Kommission auf viele der derzeit auf dem Markt befindlichen Produkte zutreffen. «Wir haben zwar keine präzisen Informationen über alle derzeit auf dem Markt befindlichen E-Zigaretten gesammelt, aber es liegt nahe, dass viele die Vorgaben für Arzneimittel erfüllen oder vom Markt genommen werden müssen», zitierte die Zeitung die EU-Kommission.

«Die EU schützt ihre Bürger zu Tode»

Die elektronische Zigarette ist ein Produkt, mit der eine oftmals, aber nicht immer nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft wird. Immer mehr Raucher entdecken sie als Alternative zur herkömmlichen Zigarette.

Der Regulierungsvorschlag der EU-Kommission sieht laut «Berliner Zeitung» sehr niedrige Grenzwerte vor, bis zu denen die nikotinhaltigen Produkte frei verkauft werden dürfen. Demnach darf eine Verbrauchseinheit nicht mehr als zwei Milligramm Nikotin enthalten und die Konzentration des Nikotins in der Flüssigkeit darf den Wert von vier Milligramm pro Milliliter nicht übersteigen. Derzeit gängige Produkte enthielten jedoch ein Vielfaches an Nikotin.

Die Interessengemeinschaft E-Dampfen sieht in der Regelung ein faktisches Verbot der nikotinhaltigen elektronischen Zigarette. «Die EU schützt ihre Bürger zu Tode», kritisierte sie gegenüber der «Berliner Zeitung». «Der Verzicht auf Tabak bei gleichbleibendem Ritual und gleichbleibender Versorgung mit Nikotin wird nicht länger möglich sein.» Obwohl E-Zigaretten wesentlich weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten seien, würde eine Umsetzung des Vorschlags der EU-Kommission viele Menschen zum Tabakrauchen zurückgetrieben, warnte die Interessengemeinschaft.

AFP/fko

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch