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«Eskalation» vor G-7-Gipfel auf Schloss Elmau

Musik, Tanz und in Tracht: Der G-7-Protest in Garmisch-Partenkirchen (D) blieb erst friedlich. Dann haben Demonstranten gemäss Polizei Beamte angegriffen.

Leuchtendes Zeichen für den Klimawandel:  Umweltschützer projizieren Klimaforderungen auf die Zugspitze. (08.06.2015)
Leuchtendes Zeichen für den Klimawandel: Umweltschützer projizieren Klimaforderungen auf die Zugspitze. (08.06.2015)
Felix Kästle, Keystone
Auf dem Bergmassiv stand in grünen Buchstaben die doppeldeutige Forderung «G7: 100 Prozent Erneuerbare!».
Auf dem Bergmassiv stand in grünen Buchstaben die doppeldeutige Forderung «G7: 100 Prozent Erneuerbare!».
Felix Kästle, Keystone
Die Polizei lobte die mehrheitlich friedlichen Proteste auf Twitter.
Die Polizei lobte die mehrheitlich friedlichen Proteste auf Twitter.
Philipp Gülland, Keystone
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Die Gegner des G-7-Gipfels müssen wegen eines schweren Gewitters über Garmisch-Partenkirchen ihr Protestlager an der Loisach evakuieren. Wie eine Sprecherin des Protestbündnisses «Stop G7 Elmau» sagte, erfolgt die Evakuierung präventiv zum Schutz der dort nach Angaben des Bündnisses etwa 2000 Campbewohner. Wo diese nun unterkommen sollen, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen. Das Gewitter mit plötzlichen schweren Regenfällen begann gegen Ende einer Grossdemonstration durch Garmisch-Partenkirchen.

Nach Angaben der Polizei beteiligten sich etwa 3600 Menschen, nach Angaben des Protestbündnisses «Stop G7 Elmau» waren es 5000 Teilnehmer. Die Kundgebung blieb erst insgesamt friedlich, was die Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter lobte: «3600 Teilnehmer demonstrieren auch mit Musik, Tanz und teils in Tracht. DAS ist fröhlicher G7-Protest!»

An der Demonstration beteiligten sich viele linke Gruppen sowie Gruppen aus der anarchistischen Szene. Dazu kamen aber auch viele Teilnehmer aus dem bürgerlichen Spektrum.

Riesiges Polizeiaufgebot

Der Protest richtet sich vor allem gegen den am Sonntag beginnenden G-7-Gipfel; die Demonstranten lehnen den Gipfel der Staats- und Regierungschefs der sieben grössten Industrienationen ab. Im Protestzug riefen sie «Hoch die internationale Solidarität» oder «Antikapitalista». Aus Sorge vor möglichen Krawallen werden die G-7-Proteste von Tausenden Polizisten begleitet.

Pfefferspray an der Anti-G-7-Demo. (Video: Reuters)

Später kam es zu ersten Ausschreitungen. G-7-Kritiker zündeten nach Angaben eines Polizeisprechers am vorgesehenen Wendepunkt des Demonstrationszugs eine Nebelrakete und versuchten, eine Protestaktion zu starten. Nach Angaben der Polizei wurden Beamte mit Flaschen und Feuerlöschern angegriffen. Daraufhin habe die Polizei Pfefferspray eingesetzt. Ein Polizist wurde am Auge verletzt – es sei aber noch unklar, durch was, sagte ein Polizeisprecher. Das Aktionsbündnis «Stop G7» sprach von Attacken der Polizei und einer Festnahme. Die Gipfelgegner machten die Polizei für die «Eskalation» verantwortlich. Zudem wurde auch mindestens eine Demonstrantin verletzt.

Einzelne Demonstranten versuchten, eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Sie wurden aber durch das massive Polizeiaufgebot daran gehindert.

Merkel will über Klima sprechen

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel versuchte, den Klimawandel zum Top-Thema des bis Montag dauernden Gipfels zu machen. Das Treffen von sieben grossen Industrienationen könnte aber vom Streit der G-7 mit Russlands Präsident Wladimir Putin und der Griechenland-Krise überlagert werden.

Merkel pochte auf ein klares G-7-Bekenntnis zum Zwei-Grad-Klimaziel. Die UNO-Klimakonferenz in Paris im Dezember werde nur glaubwürdig, «wenn wir wirklich dieses in Kopenhagen vereinbarte Ziel einhalten», sagte sie in ihrem Video-Podcast. Ansonsten werde es in Paris kein Klimaabkommen geben. «Deshalb hoffe ich, dass wir als G-7-Länder klar sagen können: Wir stehen zu diesem Ziel.»

AFP/sda/dia

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