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Erste Leichen werden nach Malta gebracht

In der Nacht suchten Rettungskräfte weiter nach Überlebenden des Flüchtlingsdramas im Mittelmeer. Nun werden Massnahmen gegen die Schlepper gefordert.

Eine Zahl, die das Drama untermauert: Mehr als 181'000 Migranten haben 2016 die gefährliche Reise von Afrika nach Italien geschafft. (11. September 2016)
Eine Zahl, die das Drama untermauert: Mehr als 181'000 Migranten haben 2016 die gefährliche Reise von Afrika nach Italien geschafft. (11. September 2016)
Santi Palacios, Keystone
Bei dem Bootsunglück im April 2015 waren zwischen 800 und 900 Menschen umgekommen: Mitglieder der italienischen Küstenwache nähern sich einem Flüchtlingsboot. (22. April 2015)
Bei dem Bootsunglück im April 2015 waren zwischen 800 und 900 Menschen umgekommen: Mitglieder der italienischen Küstenwache nähern sich einem Flüchtlingsboot. (22. April 2015)
Keystone
Die meisten Flüchtlinge konnten an Land schwimmen, mindestens drei Menschen sind gemäss griechischen Behörden beim Schiffbruch gestorben. (20. April 2015)
Die meisten Flüchtlinge konnten an Land schwimmen, mindestens drei Menschen sind gemäss griechischen Behörden beim Schiffbruch gestorben. (20. April 2015)
Nikolas Nanev, Keystone
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Nach der verheerenden Flüchtlingskatastrophe mit wahrscheinlich hunderten Toten sind die Leichen von 24 Ertrunkenen nach Malta gebracht worden. An Bord des italienischen Rettungsschiffes waren nach Angaben der Einsatzkräfte in der maltesischen Hauptstadt Valletta auch die Überlebenden, die nach Italien gebracht werden sollen. Die Leichen sollen zunächst obduziert werden, berichtete die Zeitung «Times of Malta». Bei dem Unglück südlich der Insel Lampedusa könnten mehr als 700 Menschen ums Leben gekommen sein.

Die nächtliche Suche nach Überlebenden des Flüchtlingsdramas im Mittelmeer am Sonntag hat bisher zu keinerlei Resultaten geführt. Die von der italienischen Küstenwache koordinierten Rettungseinheiten fanden weder Überlebende noch Leichen, berichteten italienische Medien am Montagmorgen.

Nach Aussagen eines Überlebenden waren sogar 950 Menschen an Bord des Schiffes, das nach der Abfahrt in Libyen gekentert war. Die italienische Küstenwache hatte am Sonntagabend erklärt, 27 Menschen seien gerettet und 24 Leichen geborgen worden. Der maltesische Regierungschef Joseph Muscat will am Montag den italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi in Rom treffen, um Konsequenzen aus dem Unglück zu besprechen.

Malta fordert ein UNO-Mandat für ein gezieltes Vorgehen gegen Schlepperbanden. UNO-Einsatzkräfte müssten direkt in Libyen gegen Schleuser vorgehen, um so das Ablegen von Flüchtlingsbooten zu verhindern, sagte der maltesische Ministerpräsident Joseph Muscat in Valetta. Wenn nicht bereits in Nordafrika eingegriffen werde, würden sich Unglücke wie am Wochenende immer wiederholen.

EU-Krisensitzung

Nach der Tragödie haben ausserdem die EU-Aussen- und Innenminister für heute Nachmittag ein gemeinsames Krisentreffen in Luxemburg angekündigt. Die Innenminister würden kurzfristig am Nachmittag um 15 Uhr zu einer Sitzung der Aussenminister in Luxemburg hinzukommen, teilte eine Sprecherin des Rates mit.

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini hatte das Sondertreffen der Aussen- und Innenminister noch am Sonntag angekündigt, aber noch keinen Termin genannt. In Konsultationen mit den Mitgliedstaaten sagten dann die Innenminister ihr Kommen zum planmässigen Aussenministertreffen in Luxemburg zu. Hilfsorganisationen hatten der EU nach den jüngsten Flüchtlingstragödien im Mittelmeer Untätigkeit vorgeworfen.

SDA/thu

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