Zum Hauptinhalt springen

Ermittlungen zu Magnitskis Tod eingestellt

Aus Mangel an Beweisen wird Russlands Justiz den Tod von Sergei Magnitski nicht weiter untersuchen. Der Anwalt, der einen Korruptionsskandal aufdeckte, soll in Haft umgebracht worden sein.

Sein Tod soll nicht weiter untersucht werden: Das Grab von Sergei Magnitski in Moskau. (Archivbild)
Sein Tod soll nicht weiter untersucht werden: Das Grab von Sergei Magnitski in Moskau. (Archivbild)
AFP

Die russische Justiz hat ihre Ermittlungen zum Tod des in Haft verstorbenen Anwalts Sergei Magnitski eingestellt. Es gebe keinerlei Beweise dafür, dass ein Verbrechen vorliege, teilte das russische Ermittlungskomitee heute Dienstag mit. Magnitski Familie und sein früherer, aus den USA stammender Arbeitgeber William Browder machen Gefängnisbeamte für den Tod des 37-Jährigen verantwortlich. Ein Anwalt von Magnitski Mutter kündigte an, die Entscheidung der russischen Justiz anzufechten.

Magnitski hatte in Russland für die US-Anwaltsfirma Firestone Duncan gearbeitet und den westlichen Investmentfonds Hermitage Capital beraten. Er war inhaftiert worden, nachdem er einen Korruptionsskandal staatlicher Stellen aufgedeckt hatte. 2008 wurde er wegen Steuerhinterziehung festgenommen.

Tod belastet Beziehungen zu den USA

Magnitski starb im November 2009 nach fast einem Jahr in Untersuchungshaft im Alter von 37 Jahren. Der einzige wegen Magnitski Todes angeklagte Beamte, der damalige Vize-Direktor des Gefängnisses, Dmitri Kratow, wurde Ende Dezember von einem Gericht in Moskau freigesprochen.

Magnitski Schicksal hatte den US-Kongress im vergangenen Dezember zu Sanktionen gegen russische Funktionäre veranlasst, die für den Tod des Juristen verantwortlich sein sollen. Das russische Parlament beschloss als Reaktion darauf ein Gesetz zum Verbot von Adoptionen russischer Kinder durch US-Bürger. Die Beziehungen der beiden Länder erreichten durch den Fall den tiefsten Punkt in der 13-jährigen Amtszeit von Russlands Staatschef Wladimir Putin. Gegen Magnitski läuft derzeit ein posthumes Gerichtsverfahren wegen mutmasslicher Steuerhinterziehung. Die nächste Prozesstag ist für Freitag angesetzt.

AFP/fko

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch