Erdogans neuer Luxusjumbojet

Der Scheich von Katar hat dem türkischen Präsidenten einen fliegenden Palast geschenkt.

Nach Rennpferden hat Erdogan vom Scheich von Katar nun ein Flugzeug als Präsent erhalten: Blick ins Innere des 400 Millionen teuren Luxusfliegers.

Nach Rennpferden hat Erdogan vom Scheich von Katar nun ein Flugzeug als Präsent erhalten: Blick ins Innere des 400 Millionen teuren Luxusfliegers.

(Bild: PD)

Eigentlich wollte der Scheich von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, die Boeing 747-8i verkaufen. Das Flugzeug war bislang gerade mal 436 Stunden geflogen, seine Sonderausstattung ist exquisit: Konferenzraum, Krankenstation, Badezimmer und angeblich sieben Schlafräume, und alles vom Feinsten, mit arabischem Chic. Nun ist der Scheich die auf den Bermudas registrierte Maschine mit der Nummer VQ-BSK jedenfalls losgeworden, diesen «fliegenden Sultanspalast». 

So haben türkische Zeitungen den grössten Businessjet der Welt getauft, seit er in dieser Woche auf dem Istanbuler Sabiha Gokcen Airport gelandet ist. Dort, auf der asiatischen Seite der Stadt, soll der Jumbo nun umgerüstet werden – für Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Früher gabs nur Rennpferde

«Wer soll das bezahlen?», wollte die Oppositionsabgeordnete Gamze Tascier sofort in einer schriftlichen Parlamentsanfrage wissen. Als Preis des Flugzeugs waren auf internationalen Websites 400 Millionen Dollar genannt worden. In Zeiten, in denen von allen Türken gefordert werde, den Gürtel enger zu schnallen, leiste sich der Präsident ein solches VIP-Gerät?

Das sei nicht gut, findet die Politikerin der grössten Oppositionspartei CHP. Noch bevor eine offizielle Antwort aus dem Präsidentenpalast an Gamze Tascier bekannt wurde, war nun aus dem Staatssender TRT zu erfahren: Der Scheich von Katar hat Erdogan den Luxusjet geschenkt. Wie 2015 schon 53 Rennpferde. TRT berichtete, dies habe Al Thani «aus Liebe zu Erdogan» getan. Die Zeitung «Hürriyet» zeigte dazu Bilder aus dem Inneren der Boeing, den Masterbedroom mit Doppelbett und die eher schlichteren anderen Schlafzimmer.

Katar hat der Türkei erst jüngst Investitionen von 15 Milliarden Dollar zugesagt, Geld, das das Land in der aktuellen Finanzkrise dringend braucht. Beide Länder verbindet auch eine Militärkooperation. Gemeinsamer Gegner ist Saudiarabien. Die Türkei unterstützt Katar, seit im Juni 2017 Saudiarabien und die Vereinigten Arabischen Emirate begonnen haben, den Kleinstaat mit einem Embargo zu belegen. Seither liefert die Türkei auch ­Lebensmittel nach Doha. Katar wiederum hat in der Türkei viel investiert. Das teure Geschenk dürfte nicht ins Gewicht fallen. 

Auffällig ist es dagegen schon. Gerade wurde nämlich bekannt, dass die Bürgermeister der regierenden AKP vor den Kommunalwahlen «an ihrem Image» arbeiten sollen. Dazu gehört, dass sie auf Luxusautomarken in ihrem Fuhrpark verzichten sollten.

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