Zum Hauptinhalt springen

Emir von Katar greift nach Griechenlands Waffenschmieden

Griechenland setzt vermehrt auf ausländische Investoren, um seine Firmen zu privatisieren. Ein beliebter Geldgeber ist der Golfstaat Katar, der es nun gar auf die Rüstungsfirmen des Landes abgesehen haben soll.

Wird die Rüstungsindustrie bald fremdfinanziert? Griechische Kriegsschiffe. (Archivbild)
Wird die Rüstungsindustrie bald fremdfinanziert? Griechische Kriegsschiffe. (Archivbild)

Griechenland setzt bei der Privatisierung von Rüstungsfirmen auf Katar. Der reiche Golfstaat sei an mehreren Staatsunternehmen aus der Branche interessierte, teilte Verteidigungsminister Panos Panagiotopoulos nach einem Treffen mit Katars Kronprinz Scheich Tamim bin Hamad al-Thani in Doha heute mit.

Katars Führung gehe davon aus, dass die Bedingungen für solche Investitionen in Griechenland Anfang kommenden Jahres gegeben seien, wenn Ministerpräsident Antonis Samaras in das arabische Land reise.

Das schwer unter der Schuldenkrise leidende Griechenland hat sich gegenüber seinen internationalen Geldgebern zur Privatisierung staatlicher Betriebe verpflichtet. Dazu zählen auch angeschlagene Unternehmen der Rüstungsbranche wie Hellenic Defense Systems (EAS) und Hellenic Vehicle Industry (ELVO).

Inseln gingen vermutlich an den Emir von Kater

Es ist nicht das erste Mal, dass die griechische Regierung mit dem Emir von Katar geschäftet. Durch die Finanzkrise sahen sich viele griechische Familien gezwungen, kleine Inseln zu verkaufen, die ihnen seit Jahrhunderten gehören. Im letzten Frühling hatte die Familie des Emirs zugeschlagen.

Anfang April soll sie für fünf Millionen Euro eine gut vier Quadratkilometer grosse Insel im Ionischen Meer gekauft haben, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. «Die Insel Oxia wurde verkauft», bestätigte damals ein Sprecher des Stadtrates der Hauptinsel Ithaka.

Investitionen in Immobilienprojekte

Angesichts der finanziellen Notlage Griechenlands verhandelte zudem der ehemalige Ministerpräsident Giorgos Papandreou vor gut einem Jahr mit dem katarischen Staatsoberhaupt Scheich Hamad bin Khalifa El Thani über «eine Investition im Norden Griechenlands».

Der arabische Ölstaat hatte sich unter anderem auch für die Entwicklung von Immobilienprojekten auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens von Athen sowie für einen Containerhafen im Westen des Landes interessiert. Der Athener Flughafen Hellinikon ist seit fast zehn Jahren geschlossen.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch