Eine Million Euro Spenden für Sea-Watch-Kapitänin

Eine von den TV-Moderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf gestartete Sammelaktion für die verhaftete Kapitänin Carola Rackete ist ein Erfolg.

Ihre Festnahme hat in Deutschland Empörung hervorgerufen: Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete wird von der Polizei empfangen. (29. Juni 2019)

Ihre Festnahme hat in Deutschland Empörung hervorgerufen: Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete wird von der Polizei empfangen. (29. Juni 2019)

(Bild: AFP Anaelle Le Bouedec)

Bei Spendenaktionen zugunsten der Flüchtlingsrettungsorganisation Sea-Watch und der in Italien festgenommenen Kapitänin Carola Rackete sind mehr als eine Million Euro zusammengekommen. Ein Spendenaufruf der TV-Moderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf auf der Internetseite leetchi.com brachte bis Sonntagabend mehr als 687'000 Euro. Mehr als 25'000 Menschen spendeten Geld. Eine in Italien gestartete Sammelaktion erbrachte bislang Spenden in Höhe von mehr als 410'000 Euro.

Der 31-jährigen Rackete drohen in Italien bis zu zehn Jahre Gefängnis. Die deutsche Kapitänin war in der Nacht zum Samstag festgenommen worden, nachdem sie ihr Schiff Sea-Watch 3 mit 40 Migranten an Bord trotz des Verbots der italienischen Behörden in den Hafen der Mittelmeerinsel Lampedusa gesteuert hatte.

Ein Polizei-Schnellboot versuchte vergeblich, dies zu verhindern. Wäre das Boot nicht ausgewichen, wäre es von der Sea-Watch 3 «zerstört» worden, sagte ein Polizist.

Empörung in Deutschland

Racketes Festnahme hat in Deutschland Empörung hervorgerufen. So kritisierte der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Vorgehen der italienischen Behörden.

Grünen-Chefin Annalena Baerbock forderte den deutschen Aussenminister Heiko Maas auf, zugunsten der Kapitänin aktiv zu werden. Das gelte besonders «mit Blick auf die unverständliche Handhabung, dass Carola Rackete unter Hausarrest gestellt wurde und nur Kontakt zu ihren Anwälten haben darf», sagte Baerbock der «Welt».

Die französische Regierung warf Rom derweil eine «Strategie der Hysterisierung» vor. Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye sagte im Sender LCI, der italienische Innenminister Matteo Salvini würde die Flüchtlingskrise «instrumentalisieren». Der Politiker der fremdenfeindlichen Lega werfe Frankreich und der EU mangelnde Solidarität vor. Dabei habe Italien im Zuge der Flüchtlingskrise rund eine Milliarde Euro Unterstützung der EU erhalten, sagte Ndiaye.

chk/AFP

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt