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Ein Wirrkopf als Vorbote einer düsteren Zukunft

Der Komiker Dieudonné M’Bala M’Bala schockiert das französische Establishment. Mit seinen bizarren Ansichten erfreut er Extremisten zur Rechten wie zur Linken.

Hansjörg Müller
Unheimlicher Possenreisser: Dieudonné M’Bala M’Bala hält Frankreichs Linken den Spiegel vor.
Unheimlicher Possenreisser: Dieudonné M’Bala M’Bala hält Frankreichs Linken den Spiegel vor.
Keystone

Ein Komiker versetzt Frankreichs politische Elite in helle Aufregung. Dieudonné M’Bala M’Bala, 47 Jahre alt, Sohn einer französischen Malerin und eines Buchhalters aus Kamerun, hat sich an die Spitze einer Bewegung gesetzt, in der scheinbar widersprüchliche weltanschauliche Strömungen zusammenfinden: Antikolonialismus, Sympathie für militante Islamisten sowie Anklänge an den Nationalsozialismus und die Regierung von Vichy, das Regime des Marschalls Philippe Pétain, der während des Zweiten Weltkriegs mit den deutschen Besatzern kollaborierte. Auch eine Geste zum Gruss hat Dieudonné erfunden: «La Quenelle» wird sie genannt, «Knödel», ein Ausdruck, der in Frankreich auch als Umschreibung des ausgestreckten Mittelfingers gilt. Folgendermassen wird der Knödelgruss aufgeführt: ein Arm, egal welcher, wird in Richtung Boden gestreckt, der andere kreuzt die Brust, zwei oder fünf Finger werden flach auf die Schulter gelegt.

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