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Don Panizza bietet der Mafia die Stirn

Seit Jahren steht Giacomo Panizza in Kalabrien unter Polizeischutz. Der Priester lässt sich bei seiner Arbeit mit Behinderten nicht von der ’Ndrangheta einschüchtern. In Bern schilderte er, was ihn antreibt.

«Wer sich den Mafiosi beugt, entgeht der Angst nicht»: Priester Giacomo Panizza.
«Wer sich den Mafiosi beugt, entgeht der Angst nicht»: Priester Giacomo Panizza.
Tania A3, Contrasto, Dukas

Ein Traum wiederholt sich, von einem unbekannten Mann, der von zwei Killern verfolgt und getötet wird. Sobald sie weg sind, beugt sich Don Panizza über den Toten – und schaudert, als er sich selbst erkennt.

Don Panizza, ein hagerer, energisch wirkender Priester, macht in seinem Vortrag in der Berner Pfarrei St. Marien wie auch im Gespräch kein Geheimnis daraus, dass er Angst hat: «Mehr, als man sich vorstellen kann.» Die Familie Torcasio, ein gefürchteter Clan der kalabrischen Mafia ’Ndrangheta, hat ihn gewarnt, in einer Sprache, die nicht nur aus Worten besteht. Regelmässig senden sie ihm ihre makabren Botschaften: Bomben explodieren am Weihnachtsabend, an Ostern wird geschossen. Der Tod könnte jederzeit kommen, was allerdings auch für die Mafiosi gilt. Viele Mitglieder der Familie Torcasio sind in den vergangenen Jahren gestorben, sie haben sich gegenseitig umgebracht oder sind in erbitterten Kämpfen mit anderen Familien gefallen.

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