Zum Hauptinhalt springen

Die Zweitfrau des Polizeichefs

Eine Hochzeit bewegt die russische Öffentlichkeit: Ein Vertrauter des tschetschenischen Präsidenten ehelicht eine 17-Jährige. Journalisten sprechen von Polygamie und Zwang. Moskau ist machtlos.

Auf dem Standesamt: Braut Luisa Goilabijewa mit Bräutigam und Polizeichef Naschud Gutschigow und Trauzeuge Magomed Daudow (rechts), dem Chef der tschetschenischen Präsidialverwaltung. (16. Mai 2015)
Auf dem Standesamt: Braut Luisa Goilabijewa mit Bräutigam und Polizeichef Naschud Gutschigow und Trauzeuge Magomed Daudow (rechts), dem Chef der tschetschenischen Präsidialverwaltung. (16. Mai 2015)
Keystone

Luisa Goilabijewa schaut zu Boden. Leise und knapp antwortet die 17-Jährige auf die Fragen der Journalisten. Zwischendurch atmet sie tief durch. «Wie lange kennst du ihn?» «Ein Jahr.» «Wann hast du erfahren, dass du ihn heiraten wirst?» «Kürzlich.»

Er heisst Naschud Gutschigow, ist je nach Quelle 47 oder 57 Jahre alt, Polizeichef einer tschetschenischen Provinz, seit Jahren verheiratet, Vater. Am Samstag hat er Luisa zu seiner Zweitfrau gemacht. Das ist eigentlich auch in der autonomen russischen Republik Tschetschenien verboten. Genauso wie die Heirat mit einer Minderjährigen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.