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Die Vertreibung aus dem Paradies

Kein Referendum in Griechenland. Wem gehört die Demokratie? Ein Kommentar von BaZ-Chefredaktor Markus Somm.

In diesen Tagen erhielt ich Besuch aus Italien. Ein Schweizer Freund, der seit Jahrzehnten dort lebt, berichtete aus dem Land der Euro-Krise, das am vergangenen Donnerstag für seine zehnjährigen Staatsanleihen bereits über sechs Prozent Zins zahlen musste. Ein neuer Rekord übrigens, psychologisch vernichtend, der verriet, in welcher Panik die Investoren inzwischen nach Rom blickten: mit weichen Knien und Tränen in den Augen. Weil sie mit einem Bankrott rechnen, ist ein Bankrott wahrscheinlicher geworden.

Noch am Abend zuvor, erzählte der Freund, sei er mit italienischen Nachbarn zusammengesessen, ein pensionierter Bankier war darunter, und man unterhielt sich über die Griechen, die zu jenem Zeitpunkt noch vor einer Volksabstimmung über den Euro-Rettungsplan zu stehen schienen. Papandreou, der unglückliche griechische Ministerpräsident, der das Referendum am Montag angekündigt hatte, das er später auf Druck aus Berlin und Paris wieder zurücknahm: Er war der Held in dieser späten Runde. Alle, so schilderte mein Besucher, waren sich einig, dass auch Italien über den Euro abstimmen sollte – und alle waren überzeugt, dass ein Nein resultieren würde. Selbstverständlich hätten auch sie Nein gestimmt. So unpopulär ist die Union geworden.

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