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Die Justiz verschont Erdogans Sohn

Er steht im Verdacht, Millionen an Schmiergeld kassiert zu haben. Doch die türkische Staatsanwaltschaft verzichtet auf eine Anklage gegen Bilal Erdogan. Zahlreiche Ermittler wurden zuvor versetzt.

Dank dem Vater bestens vernetzt: Bilal Erdogan (mit Bart) gratuliert dem neuen türkischen Premier Ahmet Davutoglu. (27. August 2014)
Dank dem Vater bestens vernetzt: Bilal Erdogan (mit Bart) gratuliert dem neuen türkischen Premier Ahmet Davutoglu. (27. August 2014)
Keystone

Korruptionsvorwürfe gegen den Sohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und gegen 95 weitere Verdächtige werden nicht weiterverfolgt. Die Staatsanwaltschaft in Istanbul hat beschlossen, dass es für eine Anklage keine Grundlage gibt. Das meldeten die Nachrichtenagentur Anadolu und andere türkische Medien am Montag. Die Ermittlungen seien ein Deckmantel gewesen, um den Sturz der Regierung zu betreiben.

Die Korruptionsuntersuchungen gegen Bilal Erdogan und andere Verdächtige waren am 25. Dezember bekannt geworden. Die türkische Regierung liess danach zahlreiche mit dem Fall befasste Polizisten und Staatsanwälte versetzen. Der damalige Ministerpräsident und heutige Staatspräsident Erdogan verdächtigt die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen, die Korruptionsvorwürfe lanciert zu haben.

Neue Festnahmewelle

Die Regierung ging am Montag erneut gegen angebliche Gülen-Unterstützer bei der Polizei vor. In Istanbul und anderen Provinzen wurden 32 Polizisten festgenommen. Ihnen werde unter anderem vorgeworfen, mit illegalen Abhörmethoden und Spionage am Sturz der Regierung gearbeitet zu haben, teilte Anadolu weiter mit. Gülen weist den Vorwurf regierungsfeindlicher Umtriebe hingegen zurück.

Seit vergangenem Juni wurden Dutzende Polizisten festgenommen, von denen einige wieder freigelassen wurden. Mehrere hochrangige Polizisten sitzen in Untersuchungshaft. Mehrere tausend Richter, Staatsanwälte und Polizisten wurden seit Dezember zwangsversetzt.

Erdogan hat den Kampf gegen die angebliche Unterwanderung des Staates durch Gülen-Anhänger zu einer Priorität der Regierung von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu erklärt.

SDA/ldc

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