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Die Faulpelz-Lüge

Die jüngsten Zahlen zeigen: In den Defizitländern spart der Staat, sinken die Löhne und steigt die Produktivität. Werden diese Anstrengungen nicht von der EZB mit billigem Geld unterstützt, war alles umsonst.

Philipp Löpfe
Erfolglose Anstrengungen: Ohne billiges Geld der EZB sind all die erfolgsversprechenden Anstrengungen der Defizitländer umsonst.
Erfolglose Anstrengungen: Ohne billiges Geld der EZB sind all die erfolgsversprechenden Anstrengungen der Defizitländer umsonst.
Daryl Cagle, Cagle.com

Einer der hartnäckigsten Mythen der Eurokrise ist die Faulpelz-Lüge. Die Defizitsünder seien gar nicht in der Lage, eine interne Abwertung durchzuführen. Deshalb seien auch die härtesten Sparprogramme nur Show. Einer, der diese These mit Nachdruck vertritt, ist Hans-Werner Sinn. In seinem kürzlich erschienenen Buch «Die Target-Falle» liefert er auch die Begründung dafür: «Da die Löhne in modernen Volkswirtschaften nach unten hin nominal starr sind, sind die Möglichkeiten einer realen Abwertung durch Preis- und Lohnsenkungen begrenzt.» Dank billigem Geld der Europäischen Zentralbank (EZB), so Sinn, verändert sich wenig bis nichts. «Im Süden mag man den Weg über den öffentlichen Geleitschutz derweil für die beste Zwischenlösung halten, weil erst einmal alles so weitergehen kann wie bislang. Man muss die Gehälter der Staatsbediensteten und die Sozialleistungen nur ein bisschen kürzen, und man muss nicht mit den Gewerkschaften über eine Lockerung des Kündigungsschutzes streiten.»

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