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«Die Euro-Zone ist gescheitert»

Der tschechische Präsident Vaclav Klaus gibt dem Euro die Schuld an der Griechenland-Krise. «Freiheit und Prosperität» Europas seien bedroht.

jak
Klare Worte: Der tschechische Präsident Vaclav Klaus.
Klare Worte: Der tschechische Präsident Vaclav Klaus.
Keystone

Der tschechische Präsident Klaus gibt dem Euro die Schuld an der Griechenland-Krise. «Bezüglich des Wirtschaftswachstums und der ökonomischen Stabilität ist die Euro-Zone schon seit langem gescheitert», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Mittwochausgabe).

Angesichts der hohen politischen Investitionen würden die europäischen Politiker das formale Scheitern der Währungsunion aber nicht zulassen. Die Kosten dafür würden allerdings «sehr hoch sein».

«Der Euro, der diese Tragödie bewirkt»

Klaus sagte, die wirkliche Ursache der Griechenland-Krise liege nicht in der griechischen Wirtschaftspolitik. Es sei «der Euro, der diese Tragödie bewirkt». Ohne ihn könnte Athen die Krise mit einer Abwertung seiner Währung um etwa 40 Prozent bewältigen. Das aber sei in der Währungsunion nicht mehr möglich. «Dann gibt es nur noch eine Lösung, nämlich den Transfer von Steuergeldern aus anderen Ländern der Währungsunion.»

Der als Kritiker der europäischen Integrationspolitik und des Lissabon-Vertrages bekannte tschechische Präsident erklärte, es fehle der Währungsunion an den notwendigen ökonomischen und politischen Voraussetzungen.

Angst vor noch mehr Europäisierung

Eine «klare Solidarität» wie unter den Deutschen nach der Wiedervereinigung gebe es in der EU nicht: «In Deutschland unterscheiden sich schon die Positionen der Kanzlerin und des Finanzministers. Gegen den Transfer von deutschen Steuergeldern muss es Widerstand geben. Warum sollten die deutschen Steuerzahler Griechenland subventionieren?»

Der tschechische Präsident äusserte die Befürchtung, dass die Krise als Vorwand «für noch mehr Europäisierung» und «Unifizierung» benutzt werde. Schon jetzt seien «Freiheit und Prosperität» Europas bedroht.

(ddp)

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