Der Preis ist viel zu hoch!

Die Flüchtlingsromantiker sollen der verunsicherten Bevölkerung endlich mal erklären, mit was die jüngsten Terrorakte zu tun haben, wenn nicht mit dem Islam.

Die westeuropäischen Staaten stehen vor grossen sicherheitspolitischen Herausforderungen.

Die westeuropäischen Staaten stehen vor grossen sicherheitspolitischen Herausforderungen.

(Bild: Keystone)

Markus Melzl

Seit Jahren müssen sich die Schweizer ­Polizeibehörden mit innertürkischen ­Händeln befassen. Bis anhin waren es ­Zusammenstösse ­zwischen Türken und Kurden, wobei auch der Kanton Basel-Stadt regelmässig ­Schauplatz dieser Feindschaften war. Eine Täterschaft konnte in den wenigsten Fällen ­ermittelt werden, weil hüben wie drüben das Gesetz der Omertà gilt. Da war man eher bemüht, eine schwere Körperverletzung, ein ­abgefackeltes Ladengeschäft oder gar ein Tötungsdelikt ohne lästige Störung durch die ­hiesigen Strafverfolgungsbehörden zu regeln.

Nach dem gescheiterten Putsch gegen den ­türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist davon auszugehen, dass nebst den bereits ­sattsam bekannten Auseinandersetzungen zusätzlich die Putschgegner und die -sympathisanten auch ­hierzulande aufeinander losgehen werden. Das rigorose Vorgehen der türkischen Sicherheitskräfte, die immense Verhaftungswelle sowie der Ruf nach der Todesstrafe wird viele Putschisten, deren Unterstützer sowie ­weitere Gegner der Regierung Erdogans veranlassen, ins Ausland zu flüchten. Dadurch wird das Gewalt­potenzial ausserhalb der Türkei zunehmen, und es ist davon auszugehen, dass in vielen ­Ländern mit türkischer Diaspora künftig einiges an Blut vergossen wird.

Jetzt ist es aber nicht so, dass dies die einzige Krise wäre, welche in den kommenden Wochen und Monaten die westeuropäischen Staaten vor grosse sicherheitspolitische Herausforderungen stellen wird. Nach Paris, Brüssel, Orlando, Nizza und weiteren Orten hat kürzlich im deutschen Würzburg ein 17-jähriger afghanischer oder ­vielleicht auch pakistanischer Flüchtling in einem Regionalzug mit Axt und Messer mehrere ­Menschen lebensgefährlich verletzt.

Bei seiner Festnahme wurde er von einer ­Sondereinheit der Polizei erschossen, als er bewaffnet auf die ­Beamten losstürmte. Selbst­verständlich wird in Deutschland, wie auch in der Schweiz, jeder Schusswaffengebrauch der Polizei ausnahmslos von der Staatsanwaltschaft untersucht, wenn dabei Menschen verletzt oder getötet werden.

Künasts Tweet ist unverständlich

Trotzdem hat kurz nach der Tat die deutsche Grünen-Politikerin Renate Künast in einem Tweet die Rechtmässigkeit des Todesschusses hinterfragt und damit die Vorgehensweise der Polizei kritisiert. Ihre Betroffenheit gegenüber dem 17 Jahre alten Terroristen beschäftigt sie wohl mehr als der Umstand, dass Legionen von ­Gutmenschen anlässlich von Refugees-Welcome-­Aktionen Teddy­bären an jugendliche ­Flüchtlinge verteilen, um dann festzustellen, dass der eine oder andere sein Kuscheltier gegen ­Waffen und Sprengstoff austauscht.

In der Zwischenzeit hat sich ein syrischer Selbstmordattentäter im deutschen Ansbach in die Luft gesprengt und dabei 15 Menschen ­verletzt, während kurz darauf in einer Kirche nahe der Stadt Rouen in der Normandie zwei ­IS-Angehörige einem 86-jährigen Priester die Kehle durchgeschnitten haben. Da unermüdlich betont wird, diese Anschläge hätten rein gar nichts mit dem Islam zu tun, wäre von den ­Flüchtlingsromantikern gewisser politischer Kreise zu erwarten, dass diese der höchst ­verunsicherten Bevölkerung erklären, mit was denn diese Terrorakte zu tun haben.

Fakt ist: Wir alle bezahlen für die aktuelle Flüchtlings- und Migrationspolitik einen viel zu hohen Preis.

Markus Melzl ist regelmässiger Kolumnist der Basler Zeitung. Hier kann das ePaper der BaZ abonniert werden.

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