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Der Madoff von Rom

Der italienische Anlagebetrüger Gianfranco Lande hat mit tollkühnen Anlagestrategien Unsummen in den Sand gesetzt. Nun soll er auch in die österreichische Eurofighter-Affäre verwickelt sein.

«Gianfranco chi?» – Gianfranco wer? –, werden die meisten Italiener fragen, wenn sie den Namen Gianfranco Lande hören. Aha, der «Madoff dei Parioli», werden sie sagen, wenn man ihnen erklärt, wer gemeint ist. Madoff, Vorname Bernie, ist der grösste Anlagebetrüger aller Zeiten, dem zahlreiche Promis in den USA auf den Leim gekrochen sind. Und die Parioli ist Roms Nobelviertel, wo die ausländischen Botschafter hausen und «la Roma bene», die gut situierten Römer: Anwälte, Ärzte, Schauspieler, Fussballer. Gianfranco Lande hat mit tollkühnen Anlagestrategien gut 225 Millionen Euro in den Sand gesetzt, die ihm ebendiese Römer Prominenz anvertraut hatte.

Zu neun Jahren Haft hat ihn ein Römer Gericht im Juni in erster Instanz verurteilt, zusätzlich zu den viereinhalb Jahren, die er schon zuvor wegen betrügerischen Konkurses gefasst hatte. Und jetzt gerät er wieder in die Schlagzeilen. Weil er jenes Konstrukt aus Briefkastenfirmen geschaffen haben soll, über welche die mutmasslichen Bestechungsgelder beim österreichischen Eurofighter-Kauf geflossen sind. Mehr noch: Landes Aussagen im «Parioli-Prozess» sollen letztlich zu den Hausdurchsuchungen geführt haben, die vorgestern in Deutschland, Österreich und der Schweiz stattgefunden haben.

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