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David und die Goliaths

David Cameron emanzipiert sich von den USA und vollzieht einen Kurswechsel in der Finanzpolitik.

Statt missionarischen Eifers nun also nüchterner Geschäftssinn. Statt der Fixierung auf Washington ein kühler, abschätzender Blick auf die Aussenwelt. In der kurzen Zeit seit ihrer Regierungsübernahme im Mai hat Britanniens rechtsliberale Koalition nicht nur einen radikalen Kurswechsel in der Finanzpolitik des Vereinigten Königreichs eingeleitet. Sie hat auch eine neue Aussenpolitik etabliert. Eine Aussenpolitik, die sich für die Zukunft zu wappnen sucht. Und der alte Dogmen rasch geopfert werden.

Noch keine hundert Tage im Amt, hat Premier David Cameron schon das zentrale Tabu früherer Jahre gebrochen. Jene «besondere Beziehung» zwischen London und Washington, an die sich Tony Blair noch klammerte im verblendeten Glauben an einen besonderen Einfluss auf die Amerikaner, hat Cameron jetzt als Illusion abgestreift. Der britische Regierungschef will sein Land nun als gereiften «Juniorpartner» der USA verstanden wissen. Vasallentreue ist nicht mehr gefragt: Statt unrealistische Ansprüche zu erheben, müssten die Briten sich und ihrem wichtigsten Alliierten viele «besondere Beziehungen» erlauben.

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