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Das wüste Echo in Frankreich

«Gaza – Krieg dort unten, Pulverfass hier»: «Pro-Palästinenser» und «Pro-Israelis» stehen sich in Frankreich gegenüber – Paris wird zum Schauplatz einer Propagandaschlacht.

Friedliche Solidaritätsmärsche: Pro-Palästinenser bei einer Kundgebung in Marseille (19. Juli 2014).
Friedliche Solidaritätsmärsche: Pro-Palästinenser bei einer Kundgebung in Marseille (19. Juli 2014).

«Gaza – Krieg dort unten, Pulverfass hier.» Die französische Zeitung «Libération» fasst die heftigen Reaktionen, die der neuerliche Krieg im Nahen Osten in Frankreich auslöst, auf ihrer ersten Seite in eine kurze Formel. In keinem europäischen Land ist das Echo auf die Bomben in Gaza lauter als in Frankreich, wo die ­jeweils grösste jüdische und muslimische Gemeinde des Kontinents lebt: 6 Millionen Muslime und 600'000 Juden. Am vergangenen Wochenende gab es überall in Frankreich Solidaritätsmärsche für das palästinensische Volk. Die meisten waren zugelassen, blieben grösstenteils friedlich: in Lyon, Marseille, Bordeaux. Zwei aber arteten in Strassenschlachten mit der Polizei aus – mit Tränengaseinsatz, Molotowcocktails, Schlägereien, antisemitischen Parolen, brennenden israelischen Fahnen, Con­tainern, Autos. Und 38 Festnahmen in Paris und Sarcelles, ­einer Banlieue, die ­wegen ihrer grossen Sephardengemeinde auch «La petite Jérusalem» genannt wird.

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