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Das ukrainische Dilemma

Im Konflikt um die Ostukraine stecken alle im ­Zwiespalt, die Ukrainer selber, Europäer und Amerikaner – nur der russische Präsident Wladimir Putin ­wahrscheinlich nicht.

MeinungVon David Nauer, TA-Korrespondent

Die neue Kiewer Regierung ist schwach, hat sich nun aber mit dem Sturm auf die ­Separatistenhochburg Slowjansk zu einem Kraftakt durchgerungen. Das Risiko ist immens: Die Aktion könnte Moskau als Vorwand für einen Einmarsch dienen. Prompt hat Putin von einem «sehr ernsten Verbrechen» gegen das eigene Volk gesprochen. Sein Aussenminister Sergei Lawrow hat bereits bei früherer Gelegenheit gedroht, ein Angriff auf russische Bürger sei ein Angriff auf die Russische Föderation. Neue Militär­manöver jedenfalls hat der Kreml schon angekündigt.

Für Kiew wäre aber auch ein Nichteingreifen ­gefährlich gewesen: Prorussische Freischärler hätten sich ermutigt gefühlt, weitere Gebiete zu besetzen. Und auch bei an sich loyalen Bürgern gewinnt eine Regierung nicht unbedingt an Autorität, wenn sie nicht ­einmal ihr eigenes Territorium kontrollieren kann.

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