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Cameron schielt auf Wirtschaftsposten in der EU-Kommission

Grossbritannien erwartet als Wiedergutmachung für die Ernennung von Jean-Claude Juncker zum EU-Kommissionschef einen wichtigen Posten in der EU-Kommission. Der britische Premier hat bereits einen Favoriten.

Weiss, welche Posten er in der EU-Kommission gerne übernehmen würde: der britische Premierminister David Cameron (links) mit dem portugiesischen Premierminister Pedro Passos Coelho und der Bundeskanzlerin Angela Merkel. (16. Juli 2014)
Weiss, welche Posten er in der EU-Kommission gerne übernehmen würde: der britische Premierminister David Cameron (links) mit dem portugiesischen Premierminister Pedro Passos Coelho und der Bundeskanzlerin Angela Merkel. (16. Juli 2014)
Francois Lenoir, Reuters

Der britische Premierminister David Cameron hat Anspruch auf einen wichtigen Posten im Bereich Wirtschaft in der nächsten EU-Kommission erhoben. «Ich denke, es gibt die Möglichkeit sicherzustellen, dass Grossbritannien ein wichtiges Ressort bekommt», sagte Cameron im britischen Parlament.

Er wolle den britischen Einfluss dort stärken, wo dies für das Land am wichtigsten sei. «Und das sind die Bereiche, die unsere Wirtschaft betreffen, und wir werden sehr hart arbeiten, um das zu erreichen.»

Statement vor Vergabe der EU-Posten

Cameron äusserte sich vor seiner Abreise zu einem EU-Gipfel in Brüssel, bei dem die Vergabe wichtiger EU-Posten auf der Tagesordnung stand. Dabei sollte etwa über die Nachfolge der bisherigen britischen EU-Kommissarin entschieden werden, der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton.

Die Äusserungen Camerons lassen darauf schliessen, dass die Regierung in London etwa den Posten des EU-Binnenmarktkommissars anstrebt, den derzeit der Franzose Michel Barnier besetzt.

Cameron wurde überstimmt

Zuletzt hatten sich die Spannungen zwischen Grossbritannien und der Europäischen Union erheblich verschärft. Neben den Interessen Grossbritanniens etwa im Bereich Wirtschaft und Finanzen ging es auch um das Verfahren, nach dem der Luxemburger Jean-Claude Juncker als Spitzenkandidat der Christdemokraten bei der Europawahl zum neuen Präsidenten der EU-Kommission bestimmt wurde. Cameron sprach Juncker zudem die Fähigkeit ab, die Europäische Union erneuern zu können.

Der britische Premier wurde im Kreis der EU-Staats- und Regierungschefs jedoch überstimmt. In Grossbritannien wird daher davon ausgegangen, dass die Regierung in London als Wiedergutmachung einen wichtigen Posten nach ihrem Geschmack in der neuen EU-Kommission bekommt. Cameron hatte am Dienstag den moderat europaskeptischen Vorsitzenden der Konservativen im Oberhaus, Jonathan Hill, zum kommenden britischen EU-Kommissar erklärt. Er gehe davon aus, dass Hill «einen sehr guten Job für unser Land machen wird», sagte Cameron am Mittwoch.

AFP/thu

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