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Bus-Attentäter von Burgas – Die Spur führt ins Ausland

Der Selbstmordattentäter, welcher sich in Bulgarien in einem israelischen Bus in die Luft sprengte, soll aus dem Ausland stammen. Über die Nationalität des Mannes wird jedoch noch immer gerätselt.

Soll sich schon während Tagen im Küstenort aufgehalten haben: Aufnahme des Attentäters in Burgas. (18. Juli 2012) (Video: Youtube/Actualno.com)
Soll sich schon während Tagen im Küstenort aufgehalten haben: Aufnahme des Attentäters in Burgas. (18. Juli 2012) (Video: Youtube/Actualno.com)

Der Burgas-Attentäter kam offenbar aus dem Ausland. Das Innenministerium bestätigte Spekulationen über den Hintergrund des Anschlags auf israelische Touristen, ohne Angaben zur Nationalität des Täters zu machen. Der Mann habe mindestens vier Tage im Küstenort Burgas am Schwarzen Meer verbracht, ehe er sich unter die israelische Reisegruppe mischte und sich in die Luft sprengte. Bilder einer Überwachungskamera zeigten den mutmasslichen Attentäter in Shorts, Turnschuhen und Baseball-Cap mit einem Rucksack und einer Laptop-Tasche.

Laut dem bulgarischen Innenminister Tswetan Tswetanow war der Mann etwa Mitte 30 und trug einen gefälschten Führerschein aus dem US-Bundesstaat Michigan bei sich. Eine bulgarische Staatsanwältin sagte im Fernsehen, der Mann habe in dem nahegelegenen Ort Pomorie versucht, ein Auto zu mieten, sei aber wegen Zweifel an der Echtheit seines Führerscheins abgewiesen worden.

Hizbollah hinter Anschlag vermutet

Zwei Hochrangige US-Regierungsbeamte hatten nach dem Anschlag die Vermutung aufgestellt, der Attentäter sei ein Mitglied der libanesischen Hisbollah-Bewegung. Dies berichtete die amerikanische Zeitung «New York Times». Ein dritter US-Beamter sagte demnach, der Attentäter habe auf «allgemeine Anweisung» der Hizbollah und ihrer Unterstützer im Iran gehandelt.

Bulgarische Medien hatten zunächst berichtet, der Attentäter sei ein ehemaliger Guantánamo-Häftling mit schwedischem Pass. Die Regierungen in Sofia und Stockholm dementierten das aber. Die bulgarischen Behörden arbeiteten am Freitag mit Unterstützung von Polizisten aus Israel und den USA daran, den Attentäter zu identifizieren.

Auch Israel hatte die iranische Führung und die Hizbollah unmittelbar nach dem Anschlag für die Bluttat verantwortlich gemacht. Der Iran bestritt dies jedoch vehement.

Angehörige trauern

Die fünf israelischen Opfer der Bombenexplosion wurden in ihren jeweiligen Heimatorten beigesetzt. Die in Staatsflaggen gehüllten Särge waren in der Nacht zuvor nach Israel überführt worden, die Familien nahmen sie bei einer Trauerzeremonie am Flughafen bei Tel Aviv in Empfang.

Ein Geistlicher las Psalmen vor. Auf Bildern war zu sehen, wie sich die Angehörigen weinend auf die Särge warfen und sich gegenseitig stützten. Eine junge Frau brach zusammen. «Es gibt keinen Trost für das Leid, das Euch zugestossen ist», sagte der israelische Tourismusminister Stas Miseschnikow zu den Trauernden.

Der Selbstmordattentäter hatte die 25 bis 44 Jahre alten Touristen und einen bulgarischen Busfahrer mit in den Tod gerissen. Mehr als 30 Menschen wurden zudem verletzt, als der Mann in dem Touristen-Bus beim Flughafen von Burgas den Sprengsatz zündete.

SDA/kpn

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