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«Bombe war zum Töten und Verstümmeln gemacht»

Eine mögliche Fehlzündung könnte beim heutigen Anschlag in London Schlimmeres verhindert haben. Die Bombe soll per Zeitschaltuhr gezündet worden sein.

Zur Rushhour deponiert: Das Video zeigt den explodierten Sprengsatz im U-Bahn-Waggon. <i>(Video: Tamedia/Twitter/Storyful)</i>

Es gab «einen Blitz und einen Knall», dann flog ein Feuerball durch den U-Bahn-Wagen: So beschreiben Augenzeugen die Explosion in London.

Videos zeigten danach einen Eimer in einem Lidl-Sack und Drähte. «Ich sah Flammen und eine Menge Drähte, die raushingen», sagte Chris Wildish, der in der U-Bahn war. Über dem Eimer lag eine verkohlte Tasche. Laut britischen Medien entwich daraus ein «starker Geruch nach Chemikalien».

Höchste Terrorwarnstufe: Schwer bewaffnete Polizei und Militär in London stehen auf dem Horse Guards Platz im Zentrum Londons. (16. September 2017)
Höchste Terrorwarnstufe: Schwer bewaffnete Polizei und Militär in London stehen auf dem Horse Guards Platz im Zentrum Londons. (16. September 2017)
Tim Ireland/AP, Keystone
Am Sonntagmorgen hat die Polizei einen weiteren Verdächtigen festgenommen: Polizisten auf dem Londonder Horse Guards-Paradeplatz. (16. September 2017)
Am Sonntagmorgen hat die Polizei einen weiteren Verdächtigen festgenommen: Polizisten auf dem Londonder Horse Guards-Paradeplatz. (16. September 2017)
Jack Taylor/Getty, Keystone
Noch ist nicht klar, was sich genau ereignet hat. (15. September 2017)
Noch ist nicht klar, was sich genau ereignet hat. (15. September 2017)
Daniel Leal-Olivas, AFP
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War Zeitzünder im Einsatz?

Mark Rowley, Chef der Anti-Terror-Abteilung der britischen Polizei, hat inzwischen bestätigt, dass die Explosion von einem selbst gebauten Sprengsatz ausgelöst worden ist. Hunderte Beamte seien zurzeit damit beschäftigt, Videomaterial und andere Beweismittel auszuwerten.

Die Bombe sei mithilfe eines Zeitzünders explodiert, berichtet die BBC, ohne die Quelle dieser Information zu nennen. Noch unklar ist, wie der Kübel mit explosivem Inhalt in den Zug gelangt ist.

«Eher wie die Boston-Bombe»

Die Bombe sei entweder fehlgezündet oder nicht mit TATP hergestellt worden, dem Sprengstoff, den IS-Terroristen üblicherweise benutzen, mutmasste Chip Chapman, der frühere Chef der Anti-Terror-Behörde des britischen Verteidigungsministeriums im Interview mit «Sky News». «Sie war eher wie die Boston-Bombe. Wie mit einem Dampfkochtopf.»

2013 wurden bei einem Anschlag am Boston Marathon drei Menschen getötet, 280 wurden verletzt. Gebaut waren die damaligen zwei Sprengsätze aus Schnellkochtöpfen, die mit Nägeln, Kugellagern und Schwarzpulver gefüllt waren.

Mindestens 22 Menschen verletzt

Bei der Londoner Bombe vom Freitagmorgen «handelt es sich um keine hochexplosive Bombe, die funktioniert hat, sonst hätten die Explosion und die Erschütterung mehrere Personen getötet», so Chapman weiter.

Das sagen auch Explosionsexperten, auf die sich die BBCberuft. Der Sprengsatz sei «zum Töten und Verstümmeln» gemacht worden. Wäre sie richtig explodiert, hätte sie wohl alle Menschen um sie herum in den Tod gerissen.

Bei der Explosion in einem vollbesetzten Pendlerzug während des Berufsverkehrs wurden in London mindestens 22 Menschen verletzt. Die Polizei ermittelt wegen Terrorverdachts.

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