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Bloss keine Rückkehr zur D-Mark

Die internationalen Märkte werden nach Ansicht des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble mit ihren Angriffen auf den Euro scheitern. Der Euro sei zum Vorteil aller, sagt er in einem Interview.

«Alle Verantwortlichen sind sich einig: der Euro ist zu unser aller Vorteil»: Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble.
«Alle Verantwortlichen sind sich einig: der Euro ist zu unser aller Vorteil»: Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble.
Keystone

«Wer mit seinem Geld gegen den Euro wettet, wird damit keinen Erfolg haben», sagte Schäuble der «Bild am Sonntag». Er zeigte sich überzeugt, dass die Gemeinschaftswährung im Duell zwischen den Märkten, die schwache Mitgliedsstaaten der Euro-Zone angreifen, und dem Euro gewinnen werde.

Zugleich stehe es nicht schlecht um den Euro, sagte Schäuble. Demnach sei die Inflation des Euro im Durchschnitt niedriger als zu D-Mark-Zeiten gewesen. Im Vergleich zu heute sei der Euro-Wechselkurs zum US-Dollar anfangs deutlich niedriger gewesen.

«Alle Verantwortlichen sind sich einig: der Euro ist zu unser aller Vorteil», sagte der Finanzminister dem Blatt und kündigte an, die Währung erfolgreich zu verteidigen.

Realitätsfremde Nostalgiker

Schäuble warf denjenigen, die eine Rückkehr zur D-Mark forderten, realitätsferne Nostalgie vor. «Wer sich die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland anschaut, der weiss, dass unsere internationale Verflechtung grösser ist als bei jeder anderen Volkswirtschaft.» Ohne den Euro würde Schäuble zufolge die eigene Währung eine Aufwertung erfahren mit negativen Auswirkungen für den Aussenhandel.

Vor dem bevorstehenden Euro-Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs in der kommenden Woche wies Schäuble Kritik an der deutschen Finanz- und Wirtschaftspolitik zurück. Es werde manchmal versucht, «die Deutschen in Europa zu den Verantwortlichen der gegenwärtigen Krise zu machen». Zugleich warnte er davor, selbst kleine Staaten, die die Stabilität des Euro gefährdeten, von der Gemeinschaftswährung auszuschliessen. Wenn nur eines der kleineren Länder ausscheiden würde, hätte dies «unabsehbare Folgen».

AFP/pbe

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